Gewerkschaften streiken zu schnell?

Unternehmerverband Gesamtmetall lässt Allensbach-Institut für sich arbeiten

Deutschland gehört zu den Schlusslichtern unter den Industrienationen, was die Streiktage pro Jahr angeht. Mit lediglich 5 Ausfalltagen je 1.000 Arbeitnehmer waren nur die Arbeitnehmer*innen in der Schweiz, Japan und der Slowakei in den Jahren von 2000 bis 2008 friedfertiger (bzw. ängstlicher) gegenüber dem Unternehmerlager gestimmt (siehe Übersicht Institut der deutschen Wirtschaft).

Dennoch ergab eine Umfrage im Mai 2011:

Die Mehrheit der Deutschen (53,5%) glaubt, dass die Gewerkschaften zu rasch mit einem Streik drohen. Nur jeder Vierte (25,6%) ist überzeugt, dass sie zuvor tatsächlich alle Möglichkeiten ausschöpfen, um zu einer friedlichen Einigung zu gelangen.

Die Umfrage wurde, und das erklärt womöglich bereits ihr Ergebnis, vom Institut Allensbach durchgeführt und vom Unternehmerverband Gesamtmetall in Auftrag gegeben. (weiterlesen …)

Arbeitgeber-Lobby fordert Streikverbot

Sowohl Warnstreiks als auch Streiks in Sektoren der “Daseinsvorsorge” sollen juristisch erschwert bzw. verhindert werden – wenn es nach Meinung von “Experten” geht.

Die jüngsten Streik-Regungen sowohl am Frankfurter Flughafen (GdF vs. Fraport) als auch im öffentlichen Dienst (ver.di) rufen Lobbyisten der Arbeitgeberseite auf den Plan.

So stieß die Carl Friedrich v. Weizsäcker Stiftung, mit einem Entwurf vor, der Streiks in der “Daseinsvorsorge” erschweren sollen – man beachte die Kreativität in der Wortschöfpung. Gemeint sind nicht weniger als die folgenden Branchen: (weiterlesen …)