Frontberichte 16. KW

Union Busting, Lohnraub und Bossing in Deutschland, 15.-21. April 2013

Unternehmen: Wursthersteller Höll/Saarbrücken +++ Hess/Villingen-Schwenningen +++ Opel/Bochum +++ Harman Becker Automotive Systems GmbH/Ittersbach +++ Fraport/Frankfurt +++ FAG Schaeffler/Wuppertal +++ Robert Bosch GmbH/Arnstadt (Ilmkreis) +++ ADAC/Niedersachsen/Sachsen-Anhalt

Urteile: Angeblicher Minderleister mit Druckkündigung geschasst – Arbeitsgericht Magdeburg entscheidet auf Wiedereinstellung

Wursthersteller Höll/Saarbrücken: Ausbeutung und Lohnraub

30 LeiharbeiterInnen aus osteuropäischen Ländern haben laut Presse für 5,- Euro Stundenlohn 12-Stunden-Schichten gefahren und nun bekommen sie ihre Löhne von der Leiharbeitsfirma Wenzel (Firmenleiter Rolf Wenzel) mit Sitz in Hamm nicht ausgezahlt. Die Wohnungen, in denen die Leiharbeiter untergebracht sind, gehören laut den Deutschen Wirtschafts-Nachrichten  ebenfalls Rolf Wenzel. Laut dem Sanierungsberater der Firma Höll, Rüdiger Mehlem, liegt ein Pfändungsbescheid gegen die Leiharbeitsfirma Wenzel vor. Der Werkvertrag mit der Firma Wenzel sei von Höll gekündigt worden.

Den ArbeiterInnen wurde angeblcih von der Firma Höll, der Gewerkschaft NGG und der Stadt Saarbrücken  Geld für Einkäufe zur Verfügung gestellt. (weiterlesen …)

Frontberichte 10. und 11. KW 2013

Union Busting und Arbeitskonflikte in Deutschland

Betriebe: Hollister / Frankfurt a.M. +++ Amazon/Bad Hersfeld +++ Kärcher/Winnenden ++

Urteile: Leiharbeiter dürfen Betriebsrat wählen ++ Metro Gießen und das Betriebsratstelefon

Verkäufer als Modepuppen

Die US-Edelmarke “Hollister” (Abercrombie + Fitch) eröffnet seit zwei Jahren in deutschen Innenstädten Filialen. Seit dem 4. November 2012 gibt es für die rund 200 Mitarbeiter in der Hollister-Filiale im Frankfurter Einkaufszentrum MyZeil einen Betriebsrat – es ist der erste in Deutschland überhaupt. Doch das neue Gremium kann alles andere als ungestört arbeiten: “Das Unternehmen hat unter den Mitarbeitern Angst geschürt”, berichtet eine ver.di-Sekretärin gegenüber dem Branchenblatt “Der Handel”. (weiterlesen …)

Frontberichte 9. KW 2013

Union Busting und Arbeitskonflikte in Deutschland / wieder Amazon

Betriebsratsgründung: Bigpoint Hamburg/Berlin +++ wieder mal Amazon/Betriebsratswahl in Pforzheim mit Reibungen +++
Entlassungen: Multilayer Technology/Böblingen +++ DuMont Schauberg / Berlin +++ Hürriyet / Mörfelden-Walldorf +++ Arbeitsgericht: In Gießen ging der Chef ran, wenn das Betriebsratstelefon klingelte

Betriebsrats-Gründung bei Spieleentwickler Bigpoint: Weil die Kündigung von 120 der 800 Mitarbeiter droht, wurde die Gründung eines Betriebsrates beschlossen. Die Resonanz in der Belegschaft ist groß: (weiterlesen …)

Frontberichte 1.+ 2. KW 2013

ArbeitsUnrecht und Union-Busting in Deutschland vom 01. bis 15. Januar 2013

Ein Auswahl von Berichten über folgende Unternehmen….:

Gießen/Mit.Bus GmbH, Rheinberg/Amazon, ALDI SÜD, Bremerhaven / LLoyd Werft, Magdeburg /Volksstimme, Marburg-Gießen / Uni-Klinik

….und folgende Gerichts-Urteile:

Ausschluss aus dem Betriebsrat wegen unberechtigtem Zugriff auf das elektronische Personalinformationssystem +++ kein Recht auf Entfernung einer Abmahnung aus der Personalakte nach Ablauf von 2 Jahren + + + Arbeitnehmer, die das Angebot einer Altersteilzeit ablehnen, dürfen nicht gekündigt werden + + + Privates Surfen im Internet kein ausreichender Anlass für fristlose Kündigung + + + Gerüstbauer wirft Böller in Dixie-Klo (weiterlesen …)

10 Jahre Hartz-Gesetze

Paritätischer Wohlfahrtsverband kritisiert Reformen scharf

In einer Pressemitteilung vom 14. August 2012 zieht der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband eine vernichtende Bilanz der Umstrukturierung von Arbeitsmarkt und Sozialstaat:

Dreiviertel aller Betroffenen verbleibt dauerhaft im Hartz IV-Bezug
(mindestens 1 Jahr und länger). Die Regelsätze, insbesondere für Kinder und Jugendliche, sind um bis zu 30 Prozent zu niedrig bemessen und reichen vorne und hinten nicht. Jeder dritte abgelehnte Widerspruch landet zur Klageerhebung vor dem Sozialgericht. In fast der Hälfte der Klagen wird den Klägern Recht gegeben. Die Vermittlung klappt nicht und der öffentlich geförderte Beschäftigungssektor wird durch die Bundesregierung aktuell in blinder
Sparwut bis zum Zusammenbruch ausgehöhlt. Das Fördern ist schon lange auf der Strecke geblieben. Hartz IV ist Sackgasse, nicht Sprungbrett. Hartz IV markiert den Tiefpunkt bundesdeutscher Sozialpolitik.

(Quelle: Pressemitteilung, pdf)

Anmerkung: Zu wenig beachtet wird bei der Kritik der Hartz-Gesetze allerdings die Auswirkung von aufstockendem Hartz IV auf die Arbeitswelt: als breit angelegte Dumping-Lohn-Subventionierung. Die Entrechtung und Entwertung menschlicher Arbeit, die dadurch in Gang gesetzt wurde, liefert die materielle Grundlage für Mobbing und Bossing am Arbeitsplatz. Ferner fungieren JobCenter – oft unter Androhung von Sanktionen – als Durchlauferhitzer in die ebenfalls prekäre und oftmals entwürdigende Leiharbeit.