Diskussion: Was hat uns bloß so ruiniert? Die Lage im Einzelhandel

Die Beschäftigten im Einzelhandel stehen heute mit dem Rücken zur Wand

Wie konnte die einstige Gewerkschaftshochburg fast vollständig geschleift werden?

Sonntag, 27. Oktober 2019, 11:00 Uhr, Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, 50670 Köln

  • Was können aktive Betriebsräte und einfache Gewerkschatsmitglieder tun?
  • Was wäre ein geeignetes Ziel für den Aktionstag Schwarzen #FREITAG 13. Dezember 2019?

mit Anton Kobel (ex-Verdi-Sekretär) und Danny Albrecht (real).

Erzwungene Teilzeit, Null-Stunden-Verträge, KapovaZ (Arbeit auf Abruf), aufstockendes Hartz IV, Werkverträge, Leiharbeit, Auslagerung an Sub-Unternehmer, drohende Altersarmut… Die Liste des Grauens ist lang.

Warum geht es ausgerechnet den Beschäftigten im Einzelhandel so schlecht?

Die Branche floriert und nährt bis heute die Milliardenvermögen der reichsten deutschen Familien wie Albrecht (Aldi), Schwarz (Lidl) und anderen.

Der Einzelhandel bietet mindestens drei große strategische Vorteile für gewerkschaftliche Aktionen, die andere Branchen nicht haben:

  1. Der Einzelhandel kann nicht ins Ausland verlagert werden. Selbst in der kaputtesten, abgewickelten Industrie-Stadt gibt es noch Geschäfte.
  2. Die Branche macht ihre Umsätze im wesentlichen über den Konsum der lohnabhängigen Bevölkerung, die als Kundinnen und Kunden angesprochen werden kann. Mit Boykott- und Imageschädigung stehen im Einzelhandel starke Waffen zur Verfügung.
  3. Der Einzelhandel ist logischerweise frei zugänglich. Welche anderen Betriebe sind schon in diesem Maße offen für Interventionen? Aktivist*innen können Flashmobs, Shop-dropping und viele andere Aktionsformen druchführen.

Was können aktive Betriebsräte und einfache Gewerkschaftsmitglieder tun, um eine Aufwärtsbewegung im Einzelhandel zu bewirken?

Die aktion ./. arbeitsunrecht hat mit drei Aktionstagen am Stichtag #FREITAG13 Erfahrungen mit dem Einzelhandel gemacht, die recht unterschiedlich waren.


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  • Beim Modeunternehmen H&M hat die Kooperation mit Verdi am 13. Oktober 2017 hervorragend geklappt; gemeinsam haben wir den Konzern empfindlich getroffen.
  • Am 13. Juli 2018 rief Verdi bei Real sogar zum Streik auf – leider kam es zu keinen gemeinsamen Aktionen.
  • Toys R Us, gegen deren Geschäftsführung sich der Schwarze Freitag am 13. Mai 2016 richtete, ist inzwischen pleite gegangen. Der Kampf um einen Tarifvertrag bei Toys R Us ist schon vorher irgendwo und irgendwie stecken geblieben. Immerhin ist es uns gelungen, bei der Verteidigung von Betriebsräten gegen Union Busting in Würselen und Siegen eine maßgebliche Rolle zu spielen.

Und die Gewerkschaft?

Während die DGB-Gewerkschaften seit Jahren von Organizing schwärmen, scheint Verdi den strategisch wichtigen Bereich Einzelhandel inzwischen abgeschrieben zu haben.

Stattdessen hofft die Gewerkschaftsführung in Berlin offenbar, einen Tarifvertrag ohne Organisierung, ohne Mobilisierung, ohne Streiks zu bekommen. Wie das? Über die SPD in der Groko soll ein allgemeinverbindlicher Branchentarif für den Einzelhandel per Gesetz verabschiedet werden.

Aktionstag Einzelhandel – #FREITAG13. Dezember 2019

Der nächste Schwarze #Freitag13 am 13. Dezember 2019 soll dem Einzelhandel gewidmet werden. Denn der #FREITAG13 fällt auf die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Was wäre ein geeignetes Ziel?

In Frage kommen nach derzeitigem Stand die Bioladen-Mafia aus Dennree + Alnatura, der Spielwarenhändler Smyth Toys (Ex-Toys R Us), die Modeketten Zara und H&M, die Drogeriemärkte von Rossmann und die Mutter aller Discounter ALDI.

Interne Diskussion | 2. juristisch-politische Fachkonferenz „Stell Dich dem Kampf! Arbeitsrechte verteidigen“ 

Die Konferenz ist nicht öffentlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung: buero@arbeitsunrecht.de | Telefon: 0221. 888 69-002 | PROGRAMM | REFERENT*INNEN | ONLINE ANMELDEN


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Datum

Okt 27 2019

Uhrzeit

11:00 - 13:00

Ort

Alte Feuerwache Köln
Alte Feuerwache Köln, Melchiorstr. 3, 50670 Köln
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