Prekäre Piloten? Druckanstieg und heftige Turbulenzen

Arbeitskämpfe im Cockpit. Fundraising für unabhängige Studie beginnt

Die Studie Prekäre Piloten? erforscht die zunehmend schwierige Lage der Piloten in Deutschland. Das Projekt soll im Jahr 2018 starten. Die Forschung wird durch Crowdfunding finanziert. Wir bitten um Unterstützung.

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Im Beirat der Studie wirken namhafte Gewerkschafter, Arbeitsrechtler und Publizisten mit (siehe unten). Die Liberalisierung des Flugverkehrs in der EU begann 1997. Das Aufkommen von Billigfluglinien hat in den vergangenen 20 Jahren nicht nur die Grundlage für einen neuen Massentourismus geschaffen, der die europäischen Städte und Küsten verändert.

Auch die Lage der Piloten hat sich seit 1997 radikal gewandelt. Aufgrund verschärfter Arbeitsbedingungen breiten sich Unzufriedenheit und Unruhe in den Cockpits aus.

Zeichen stehen auf SturmPrekäre Piloten - Studie zur Lage der deutschen Piloten

Eine Beruhigung der Lage ist auch nach der Air Berlin-Pleite nicht zu erwarten. Im Gegenteil. Weitere Marktverschiebungen und Umwälzungen werfen ihre Schatten voraus:

  • Der US-amerikanische Investmentfonds Indigo Partners hat im November 2017 mit 430 Mittelstrecken-Jets die größte Flugzeugbestellung der zivilen Luftfahrtgeschichte bei Airbus in Auftrag gegeben. Indigo-Boss Bill Franke will mit der ungarischen Billigfluglinie Wizz Air hinter Ryanair und Easyjet zur europäischen Nr. 3 im Niedrigpreis-Segment aufsteigen.
  • Zahlreiche Airlines planen oder betreiben bereits Auslagerungen in Niedriglohn-Staaten in Osteuropa oder Arbeitsrechts-Oasen wie Österreich.
  • Die NRW-Landesregierung hat mit Friedrich Merz einen Vertreter der weltgrößten Vermögensverwaltung Blackrock zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Köln-Bonner Flughafens bestellt. Die Bundesregierung will ihre Flughafenanteile verkaufen.
  • Selbst die Flugsicherung soll nach dem Willen der EU-Kommission privatisiert werden („Single European Sky“, SES).

Einfluss auf die Wertschöpfungsketten

Verschiedene Player streiten um strategischen Einfluss auf Wertschöpfungsketten und Regulierungsbehörden. Der us-amerikanische Billig-Linien-Pionier Bill Franke verrät, wohin die Reise gehen soll:

„Am Ende des Tages gewinnt die Strategie den Wettbewerb, welche die niedrigsten Kosten und Gebühren verursacht.“

(aero.de, 17.11.2017)

Tausende von Arbeitsplätzen sind betroffen: von Piloten und Flugbegleitern über Fluglotsen, das Bodenpersonal bis zur Security an den Terminals. Löhne und Arbeitsbedingungen werden weiter unter Druck geraten.

Kämpfe der Piloten weitgehend unerforscht

Fluglotsen-Streik: Motor starten. Stop. SignaleWir wollen die Dynamik aus Angriffen und Gegenwehr begreifen, die sich zwischen Management und Beschäftigten entwickelt. Die Forschung soll einen Beitrag leisten, um Arbeitsrechte und Arbeitsstandards zu verteidigen, Tarifverträge und demokratische Mitbestimmung zu erkämpfen.

Dabei konzentrieren wir uns zunächst auf die Berufsgruppe der Piloten, da hier eine lange Tradition von gewerkschaftlicher Organisierung und Streiks bis hin zu unkonventionellen Arbeitskampfmethoden vorliegt (Sick-out, Slow-down), die bislang weitgehend unerforscht ist.

Unabhängige Wissenschaft benötigt Spenden

Das Projekt ist finanziell und organisatorisch unabhängig von Gewerkschaften, Parteien oder staatlichen Fördertöpfen. Damit die Forschung möglich wird, sind Spenden von interessierten Einzelpersonen nötig.

Die Studie wird herausgegeben von der Initiative aktion./.arbeitsunrecht e.V. Federführender Autor ist Elmar Wigand, den Beirat leitet der Kölner Publizist Dr. Werner Rügemer.

Mitglieder des Beirats:

  • Nicolay Baublies, Unabhängige Flugbegleiter Organisation UFO
  • Martin Bechert, Arbeitsrechtsanwalt
  • Ralph Borell, MBA Aviation Management
  • Prof. Dr. Wolfgang Däubler, Arbeitsrecht
  • Benedikt Hesse, Pilot
  • Albrecht Müller, Publizist
  • Henrik Müller, Redakteur
  • Dr. Werner Rügemer, Publizist (Leitung)
  • Prof. Dr. Mechthild Schrooten, Hochschule Bremen
  • Ingolf Schumacher, Vereinigung Cockpit VC
  • Prof. Dr. Stefan Sell, Hochschule Koblenz
  • Dr. Gudrun Trautwein-Kalms, ehemals WSI
  • Dr. Winfried Wolf, Verkehrsexperte

Wir bitten um Spenden auf folgende Bankverbindung:

Empfänger: aktion ./. arbeitsunrecht e.V.
Bank: VR Bank Altenburger Land eG
IBAN: DE13830654080004816153
BIC: GENODEF1SLR

Da die aktion./.arbeitsunrecht e.V. durch das Finanzamt Köln-Nord als gemeinnützig anerkannt sind, können Sie ihre Zuwendungen von der Steuer absetzen.

Mehr Informationen / online spenden: https://aktion.arbeitsunrecht.de/recherche-piloten

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Prekäre Piloten? Arbeitskämpfe im Cockpit.

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