Prekäre Piloten? Forschung per Crowd-Funding

 86% des Spenden-Ziels erreicht. Nur noch 3 Tage Zeit! Unterstützung erbeten


Pressemitteilung, Köln, 29. Mai 2018 [Update: 10.Juli 2018]

Die aktion ./. arbeitsunrecht e.V. erforscht in Zukunft die Arbeitsbedingungen von Piloten, die in und über Deutschland fliegen. Der Verein hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die notwendigen Mittel über Spenden zu aquirieren.

Das Forschungs-Projekt wurde von Piloten angeregt, die ohne Tarifvertrag und Mitbestimmungsrechte in Deutschland fliegen müssen. Mitglieder der Vereinigung Cockpit und der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) unterstützen die Forschung.

Die notwendigen Mittel von 22.000 Euro für die Studie „Prekäre Piloten?“ sollen per Crowd-Funding über die Plattform Startnext.de zusammen kommen. (Spenden-Seite: https://www.startnext.com/studie-prekaere-piloten)

[Update:] Bis zum 10. Juli gingen 86% der avisierten Gesamtsumme durch 428 Spender ein. Wir bedanken uns herzlich und hoffen, dass wir die Ziel-Summe bis zum 13. Juli 2018 erreichen.

Machen Sie unabhängige Forschung möglich! >> Spenden Sie für die Studie Prekäre Piloten

Im Beirat der Studie wirken namhafte Juristen, Wissenschaftler, Gewerkschafter und Publizisten mit (siehe unten).

Werner Rügemer, Leiter des Beirats, sagt zur Bedeutung der Studie:

Es geht um einen neuralgischen Bereich der Weltwirtschaft, in dem ein Teil der Beschäftigten gut organisiert und kampferprobt ist. Hier steht einiges auf dem Spiel: Einerseits die Flugsicherheit, andererseits die Verteidigung des Streikrechts, das von Unternehmensseite und EU seit Jahren angegriffen wird.

Die aktion ./. arbeitsunrecht hat sich bewusst entschieden, auf Förderanträge bei Stiftungen und das Anwerben von Drittmitteln zu verzichten.

Der Autor Elmar Wigand erklärt dazu:

Wir wollen der wissenschaftlichen Drittmittel-Hölle entkommen. Statt nervenaufreibende Lobbyarbeit in Richtung von Stiftungen und institutionellen Fördertöpfen zu betreiben, konzentrieren wir lieber uns darauf, das Interesse vieler Einzelner zu wecken, uns aus idellen Gründen zu fördern. Finanzielle Unabhängigkeit befreit uns von Einflussnahme und Rücksichtnahme.


Rückfragen und Hintergrundgespräche

  • Elmar Wigand, Sozialforscher und Autor der Studie: 0176.588 656 23 | elmar.wigand@arbeitsunrecht.de
  • Werner Rügemer, investigativer Publizist, Vorsitzender des Beirats: 0163.868 99 45 | werner.ruegemer@posteo.de

Warum ist dieses Projekt wichtig?

Billigflieger und ihre Nachahmer haben auch die Arbeit im Cockpit radikal verändert. Die Zeichen stehen aktuell weiter auf Sturm:

  • Erhöhte Benzinkosten von rund 25% zum Jahresbeginn 2018 machen Billigflüge derzeit unrentabel. Ryanair-Boss Micheal O’Leary rechnet mit Fluglinen-Insolvenzen im kommenden Winter.
  • Der US-Investmentfonds Indigo um den Urvater der Billig-Airlines, Bill Franke, gab 2017 die Rekordbestellung von 430 Airbus-Jets in Auftrag. Indigo will mit der ungarischen Wizz Air den europäischen Markt aufrollen.
  • Bei den Lufthansa-Töchtern Brussels Airlines (Belgien) und Edelweiss Air (Schweiz) stehen Streiks auf der Tagesordnung.

Öffentlichkeit und Entscheidungträger wissen zu wenig über den oftmals deprimierenden Arbeitsalltag im Cockpit.

Es gibt zwar vereinzelt hochwertige Reportagen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Bislang fehlt eine systematische Darstellung des Flugverkehrs und seiner Entwicklung mit Hinblick auf Arbeitsbedingungen und Arbeitskonflikte.

Die Studie Prekäre Piloten? setzt die systematische Abwertung eines Berufsstands in Zusammenhang mit der Privatisierung des Flugverkehrs in der EU ab 1997 und der massiven Subventionierung der Billigflieger durch ein Überangebot von Flughäfen, Steuerbefreiung für Flugbenzin und die Schaffung von Finanz- und Arbeitsrechtsoasen in Staaten wie Irland.

Die Studie soll Methoden des Streikbruchs und der psychologischen Kriegsführung durch professionelle Dienstleister ebenso beleuchten wie juristische und betriebswirtschaftliche Manöver zur Kleinhaltung von Gewerkschaften. Sie soll einen Anstoß zu konkreten Reformen geben.

Ansatz, Methoden, Arbeitsweise

Die Studie Prekäre Piloten? zeichnet Arbeitskonflikte einzelner Airlines mit organisierten Piloten nach. Es wird gesonderte Kapitel zur Lufthansa, Ryanair, Germania, TUIfly, Air Berlin und anderen geben.

Die Forschung basiert auf qualitativen Interviews, Hintergrundgesprächen, Analyse von Presse, Literatur und Geschäftsberichten. Hinzu kommt eine Netzwerkanalyse der Kapitaleigner und professionellen Dienstleister auf Unternehmensseite.

Wissenschaftlicher Beirat

  • Nicolay Baublies, Unabhängige Flugbegleiter Organisation UFO
  • Martin Bechert, Arbeitsrechtsanwalt
  • Ralph Borell, MBA Aviation Management
  • Prof. Dr. Wolfgang Däubler, Arbeitsrecht
  • Benedikt Hesse, Pilot
  • Albrecht Müller, Publizist
  • Henrik Müller, Redakteur
  • Dr. Werner Rügemer, Publizist, (Leitung)
  • Prof. Dr. Mechthild Schrooten, Hochschule Bremen
  • Ingolf Schumacher, Vereinigung Cockpit VC
  • Prof. Dr. Stefan Sell, Hochschule Koblenz
  • Dr. Gudrun Trautwein-Kalms, ehemals WSI
  • Dr. Winfried Wolf, Verkehrsexperte

Von der Steuer absetzen

Sie können ihren Beitrag als Spende von der Steuer absetzen. Der Verein aktion ./. arbeitsunrecht e.V. ist gemeinnützig. Wir stellen Ihnen zum Jahresanfang abzugsfähige Spendenquittungen aus.

Alles oder Nichts

Wenn das Spendenziel nicht erreicht wird, erhalten Sie ihr Geld von Startnext zurück, wenn sie per Sofortüberweisung zahlen. Wenn Sie mit Lastschrift oder Kreditkarte unterstützen, wird das Geld erst eingezogen, wenn die Studie das Funding-Ziel erreicht hat.

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Ein Kommentar zu “Prekäre Piloten? Forschung per Crowd-Funding
  1. Guten Tag!

    Als Beitrag zu der Studie Prekäre Piloten? gebe ich heute mein Buch „Fliegen – ein (Alb-) Traum“ an Sie bzw. Herrn Wigand in die Post.

    Freundliche Grüße
    Eckhard Bergmann

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