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Am Nikolaustag 2025 endete das Leben zweier Arbeiter, die eigentlich keine Arbeiter mehr sein sollten. Im Süden von Köln verunglückten am 6. Dezember zwei Männer, die an jenem Samstag in der Vorweihnachtszeit eigentlich gemütlich auf der Couch sitzen sollten. Um zu genießen, was früher einmal „wohlverdienter Ruhestand“ genannt wurde. Vielleicht würde der eine bei einem Bier und Kartoffelsalat im Radio Fußball-Bundesliga hören und der andere bei einer Tasse Kakao Weihnachtsplätzchen mit seinen Enkeln backen…

Stattdessen standen ein 83-Jähriger und sein 64-Jähriger Kollege auf einer 20 Meter hohen Hebebühne. Bei Wind und Regen führten sie Reparaturarbeiten durch. Sie kollidierten mit einer Verladebrücke. Die Arbeiter stürzten in die Tiefe und wurden von der umstürzenden Hebebühne erdrückt. Der 83-Jährige starb am Unfallort, sein Kollege ging nach vergeblichen Rettungsversuchen im Krankenhaus in eine andere, hoffentlich bessere Welt ein.
Was zur Hölle machen Arbeiter in einem solchen Alter einem Samstag auf einer 20 Meter hohen Hebebühne?
Wie kann das sein? Wie darf das sein?! In den „Qualitätsmedien“ keine Spur von Empörung. Auch erfuhren wir bis heute weder Näheres zur Herkunft der Arbeiter noch zu der Firma, welche sie beschäftigte.
Das Eifeltor ist einer der meistbefahrenen Güterbahnhöfe Deutschlands. 100 Züge kommen dort täglich an oder fahren dort ab. Ohne Eifeltor keine Weihnachtsgeschenke und kein „Black friday“.
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Der Knotenpunkt wird von der Deutschen Umschlaggesellschaft Schiene-Straße (DUSS) betrieben – einer Tochter der Deutschen Bahn. Die Pressestelle der DB verweigert auf Anfrage die Auskunft mit zwei unverschämt knappen Sätzen: „Die DB bedauert den tödlichen Unfall auf dem Gelände der DUSS in Köln-Eifeltor. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass wir zu den laufenden Ermittlungen aktuell keine Aussage treffen können.“
Die Staatsanwaltschaft gab inzwischen auf Nachfrage der aktion ./. arbeitsunrecht bekannt, dass es sich bei den Opfern um einen Deutschen und einen Polen gehandelt hat. Wir vermuten: Es handelte sich um Arbeiter, die über ein windiges Sub-Unternehmen ausgebeutet wurden.
Diese hart arbeitenden Menschen haben keine Lobby. Sie bekommen kein Gesicht.
Institut der deutschen Wirtschaft: Stichwortgeber für arbeiterfeindliche Propaganda
Ob am selbigen Nikolaustag – 11 Kilometer weiter nördlich am Konrad-Adenauer-Ufer – im Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) noch Licht brannte? Dort wird die Propaganda für den Klassenkampf von oben organisiert. Ob die dort tätigen „Wissenschaftler“ Holger Schäfer und Oliver Stettes auch an einem Samstag noch an ihren zweifelhaften „Studien“ und „IW-Nachrichten“ arbeiten? Wir vermuten: nein. Diese Leute lassen arbeiten. Wenn es nach ihnen ginge, dann müssten wir wohl selbst in den ewigen Jagdgründen noch Büffel jagen bis wir erschöpft vom Pferd fallen. Während sie es sich schon im Diesseits gut gehen lassen.

Im Mai 2025 konnte die aktion ./. arbeitsunrecht aufdecken, dass eine vielzitierte „Studie“, mit der das IW und seine oben genannten Pseudo-Wissenschaftler als Stichwortgeber die deutsche Fleiß-Debatte befeuerten, gar nicht existierte.
Dennoch machte Jessy Wellmer die ARD-Tagesthemen vom Sonntag, 18. Mai 2025 so auf:
„Deutschland das Null-Bock-Land. Sind wir wirklich zu bequem? Wenn Kanzler Merz davon spricht, dass wir mit 4-Tage-Woche und Work-Life-Balance das Wohlergehen des Landes nicht sichern, schwingt ein leiser Vorwurf wohl durchaus mit. In den 70ern haben die Beschäftigten hierzulande länger gearbeitet, sagt das Institut der deutschen Wirtschaft, welches zudem in einer neuen Studie darlegt, dass wir im internationalen Vergleich auch nicht wirklich gut weg kommen. Da belegt Deutschland im Ranking der Wirtschaftsnationen den drittletzten Platz.“
Die angebliche Studie entpuppte sich als zusammengestümperte und handwerklich billig frisierte „IW-Nachricht“. Auf Nachfrage der Aktion gegen Arbeitsunrecht korrigierten tagesschau.de und Spiegel-Online ihre Berichte. Nicht so die Tagesthemen. (Eigentlich ein Fall für den Rundfunkrat. Aber wir konnten dem aufgrund begrenzter Ressourcen leider nicht nach gehen.)
Gegen die Militarisierung der deutschen Arbeitswelt
Die deutschen Arbeitgeberverbände (und ihre verlängerten Arme CDU, FDP und AfD) sehen das Heil der deutschen Wirtschaft nicht in einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Nicht in demokratischen, nachhaltigen, mitbestimmten, erträglichen oder gar befriedigenden Arbeitsverhältnissen, sondern in einer Art Militarisierung der deutschen Arbeitswelt: Arsch zusammen kneifen, durchhalten, sich durch beißen. Und vor allem sollen wir: immer länger Arbeiten. Am Tag, in der Woche, im Jahr, im Leben.
Apropos: Auch die Aktion gegen Arbeitsunrecht hat mehr Arbeit als ihr lieb ist. Wir müssen unser Personal aufstocken, sonst packen wir es bald nicht mehr. Wir wollen eine dritte Stelle für unser Kölner Büro-Team schaffen.
Die Aktion gegen Arbeitsunrecht hat derzeit 500 Mitglieder. Wir bedanken uns ganz herzlich für die Unterstützung. Um unser kleines Kölner Büro-Team zu vergrößern, wollen wir unsere Mitgliederzahl verdoppeln. Hier können Sie ab sofort dabei sein: Mitglied werden!
Wir wollen 2026 mit Ihrer Hilfe:
• einen 5. juristisch-politischen Fachkongress organisieren
• unsere Fähigkeiten als Influencer für Arbeitsrechte weiter ausbauen. Dafür wollen wir unsere Sendung arbeitsunrecht FM weiter verbessern und unsere Inhalte auf verschiedenen Kanälen verbreiten: Union Busting-News. Elmar Wigands Kolumne „…so süß wie Maschinenöl“, Interviews und Vieles mehr.
• Bücher, Broschüren und Ratgeber schreiben. Damit haben wir 2014 angefangen. Dahin wollen wir wieder zurück. Wer schreibt, der bleibt.
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Damit wir auch im Jahr 2026 unbequeme Fragen stellen können. Damit wir die Schattenseiten der deutschen Arbeitswelt beleuchten können. Damit wir die richtigen Schlussfolgerungen ziehen können. Damit wir frech und unangepasst bleiben können. Damit wir Klartext reden können.




