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WAZ: Mitarbeiter bei ALDI DX wehren sich mit Betriebsratsgründung

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2025

Gespenst der „Massenentlassungen“ geht um. Hunderte Jobs bereits gestrichen.

Der Wirtschaftsredakteur Frank Meßing zitiert den Pressesprecher der Aktion gegen Arbeitsunrcht, Elmar Wigand, in der WAZ zu Unruhe in der ALDI-Süd-Zentrale in Mülheim an der Ruhr. Beim internen IT-Dienstleister ALDI DX, der weltweit für ALDI-Süd arbeitet und knapp 4.000 Beschäftigte hat, soll sich demnächst ein Betriebsrat gründen. Angst vor Massenentlassung und ein rapide verschlechtertes Arbeitsklima seien die Gründe, so ist aus der Belegschaft zu hören.  (Siehe dazu: Pressemitteilung der aktion ./. arbeitsunrecht vom 24. März 2026).

Die WAZ schreibt:
 
„Nun ist der Sozialforscher Elmar Wigand eingeschaltet, der den Kölner Verein „Arbeitsunrecht in Deutschland“ gegründet hat. Nach eigenem Bekunden unterstützt er „aktive Betriebsräte, renitente Beschäftigte und konfliktbereite Gewerkschafter“. Wigand und sein Verein, aber auch zwei Anwälte beraten nun auch die Beschäftigten von Aldi DX dabei, einen Betriebsrat zu gründen.
Der Experte vernimmt mit Sorge, dass bei Aldi DX die Angst vor „Massenentlassungen“ umgehe. Von Kündigungen war bei dem Mülheimer Familienunternehmen aber bislang freilich nicht die Rede. Der Discounter beantwortet die Fragen unserer Redaktion nur ausweichend in englischer Sprache.“
[…]
„Arbeitsrechtsexperte Wigand hält es dennoch für wichtig, dass sich die Beschäftigten organisieren. „Nur der Betriebsrat kann einen Sozialplan und Interessenausgleich aushandeln“, sagt er. Den Initiatoren bei Aldi DX sei es gelungen, unbemerkt von der Unternehmensleitung die Vorbereitungen zu treffen, die Grugahalle in Essen zu mieten und die Belegschaft für Dienstag, 31. März, dorthin einzuladen. Auf der Tagesordnung steht die Wahl eines Wahlvorstands, der die Betriebsratswahl in die Wege leiten soll. „Das war ein Riesending“, meint der Tarifexperte. „Und Aldi Süd muss die Miete für die Grugahalle bezahlen.“
In der Regel nehmen das Prozedere Gewerkschaften in die Hand. „Doch Verdi hat kaum Mitglieder bei Aldi DX“, berichtet Wigand. Wie auch? Der Discounter hat seine Löhne und Gehälter an den Flächentarifvertrag angelehnt und zahlt seit Jahren in der Regel darüber hinaus. Die Beschäftigten profitieren also von Gehaltssteigerungen, ohne dafür im Extremfall streiken zu müssen.
[…]

„Die Initiative zur Betriebsratsgründung bei Aldi International Services ist ein mutiger Schritt. Die Initiatorinnen haben ihn gewagt, um Planungssicherheit und Mitspracherechte für die Beschäftigten zu erkämpfen und das Arbeitsklima zu verbessern“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins Arbeitsunrecht in Deutschland. „Die Ablehnung von Betriebsräten gehörte nach Beobachtung der Aktion gegen Arbeitsunrecht zur unausgesprochenen Firmenphilosophie von Aldi-Süd – im Unterschied zu Aldi-Nord, wo Betriebsräte existieren, wenn auch unter teils erschwerten Bedingungen“, heißt es in der Erklärung.“


Quelle

Frank Meßing: Stellenabbau bei Aldi DX in Mülheim: So wollen sich die Mitarbeiter wehren, WAZ, 25.3.2026, https://www.waz.de/lokales/muelheim/article411558048/stellenabbau-bei-aldi-dx-in-muelheim-so-wollen-sich-die-mitarbeiter-wehren.html 


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