Rund 4.000 Beschäftigte für 31. März 2026 in die Gruga-Halle Essen geladen.
Aktion gegen Arbeitsunrecht unterstützt Betriebsratsinitiative und mahnt ALDI-Management zu Fairness. (PM als pdf)
Die firmeninterne IT-Firma von ALDI-Süd in Mülheim an der Ruhr, ALDI International Services (ALDI DX), bekommt einen Betriebsrat. Am Montag, 23. März 2026 hat eine Gruppe von Betriebsratsinitiator*innen namens Works Council Initiative (WoCI) per Aushang in zahlreichen Räumen und Abteilungen zur Wahl eines Wahlvorstandes eingeladen.
Der Wahlvorstand soll am Dienstag, 31. März 2026 ab 10 Uhr in der Gruga-Halle Essen gewählt werden. Wahlberechtigt sind rund 4.000 Mitarbeiter*innen.
Die ALDI-Betriebsratsinitiator*innen des WoCI werden von einem Anwaltsteam aus Sarah Benscheid (Bochum) und Daniel Labrow (Neuss) beraten.
Die Aktion gegen Arbeitsunrecht unterstützt die Betriebsratsgründung. Wir freuen uns, dass eine große Abteilung von ALDI-Süd am Standort der Konzernzentrale in Mülheim a.d.R. nun endlich eine demokratische Interessenvertretung bekommt. Wir wünschen den Betriebsratsinitiator*innen gutes Gelingen!
Aus erster Hand informiert sein? Profis lesen Emails.Jetzt den kostenlosen Email-Newsletter der aktion ./. arbeitsunrecht ► bestellen
Die Initiative zur Betriebsratsgründung bei ALDI International Services ist ein mutiger Schritt. Die Initiator*innen haben ihn gewagt, um Planungssicherheit und Mitspracherechte für die Beschäftigten zu erkämpfen und das Arbeitsklima zu verbessern. Seit rund einem Jahr hat sich das Arbeitsklima der firmeneigenen IT-Abteilungen nach unseren Informationen massiv verschlechtert; Presseberichte und Gerüchte von Massenentlassungen machen die Runde.
ALDI International Services arbeitet sowohl für die 24 deutschen Regionalgesellschaften von ALDI-Süd, als auch international für ALDI-Süd-Niederlassungen in anderen Ländern wie Österreich, USA, Australien etc.
Wir rufen alle Lohnabhängigen und aktiven Betriebsratsmitglieder in Deutschland zur Solidarität mit der ALDI-Betriebsratsinitiative WoCI auf: für Demokratie in Wirtschaft und Betrieb! Wir ermutigen alle Beschäftigten des Einzelhandels, ebenfalls Betriebsräte zu gründen.
Wer auf dem Laufenden bleiben will, abonniert unseren kostenlosen Email-Newsletter Einzelhandel und folgt uns über unsere Signal-Gruppe Betriebsratsgründung Einzelhandel.
Über eine Berichterstattung würden wir uns freuen! Für Statements, Einschätzungen, Kommentare und Hintergrundgespräche steht Ihnen zur Verfügung: Elmar Wigand | Pressesprecher | +49.176.588 656 23 | presse@arbeitsunrecht.de | Presseverteiler
Wozu ein Betriebsrat?
Nur mit einem Betriebsrat gibt es im Fall von Massenentlassungen einen Sozialplan. Dieser sorgt in der Regel für deutlich höhere Abfindungen. Ein Betriebsrat verhindert Willkürmaßnahmen und Ungleichbehandlung. Der Betriebsrat kann über einen Wirtschaftsausschuss Einblicke in die Unternehmensstrategie nehmen. Ein Betriebsrat hat rechtlich verbriefte Durchsetzungsrechte; er kann Einigungsstellen und rechtsverbindliche Betriebsvereinbarungen erzwingen. Der Betriebsrat achtet auf Arbeitszeiten, Arbeitsschutz, Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung.
Warum brauchen die Betriebsratsinitiatoren bei ALDI-Süd jetzt dringend Solidarität?
ALDI-Süd ist bislang eine weitgehend betriebsrats- und gewerkschaftsfreie Zone – vereinzelte Betriebsratsgründungen blieben zumeist räumlich und zeitlich begrenzt und hatten aufgrund massiver Opposition aus dem Management zumeist eine geringe Lebenserwartung. Die Ablehnung von Betriebsräten gehörte nach Beobachtung der Aktion gegen Arbeitsunrecht zur unausgesprochenen Firmenphilosophie von ALDI-Süd – im Unterschied zu ALDI-Nord, wo Betriebsräte existieren, wenn auch unter teils erschwerten Bedingungen.
Die Aktion gegen Arbeitsunrecht fordert das Management auf, die Betriebsratsgründung bei ALDI DX konstruktiv zu unterstützen und sich an die demokratischen, rechtsstaatlichen Spielregeln zu halten. Das Betriebsverfassungsgesetz gilt auch für ALDI-Süd.
Laut Betriebsverfassungsgesetz gründet sich ein Betriebsrat in zwei Schritten. Zunächst muss ein Wahlvorstand gewählt werden. Dafür werden die rund 4.000 Wahlberechtigten für Dienstag, 31. März 2026 in die Essener Gruga-Halle eingeladen. Der Wahlvorstand erhält dann von der Geschäftsführung die Wählerlisten und organisiert möglichst innerhalb der nächsten Wochen die Betriebsratswahl. Sollte die Wahl eines Wahlvorstandes scheitern – etwa durch Union Busting-Methoden des Managements – kann das Arbeitsgericht einen Wahlvorstand einsetzen.
Wer sind wir?
Die „Aktion gegen Arbeitsunrecht e.V. – Initiative für Demokratie in Wirtschaft & Betrieb“ ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 2014 für Arbeitsrechte als Menschenrechte einsetzt.
Wir unterstützen Betriebsräte, Gewerkschafter*innen und Beschäftigte und beleuchten die Schattenseiten der deutschen Wirtschaft.
Wir dokumentieren und analysieren Union Busting (d.h. die systematische und professionelle Bekämpfung arbeitgeber-unabhängiger Organisierung) und Fertigmacher-Methoden. Wir entwickeln Gegenstrategien und beraten Betroffene.
Zu unseren Mitgliedern gehören Lohnabhängige, Rechtsanwälte, Publizisten, soziale Aktivisten + Bürgerrechtler*innen.
Träger des taz.panter Preis 2017.



