Werner Rügemer: „Die USA haben das sicherste Gesundheitssystem der Welt“ – Die Johns Hopkins University und das globale Pandemien-Management

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Die ARD-Tagesschau und andere Medien weltweit zitieren die Johns Hopkins University, wenn es um die Infizierten und Toten beim Corona-Virus Covid-19 geht. Die Zahlen sind immer etwas höher als die zeitgleichen Zahlen der zuständigen Behörden, etwa in Deutschland des Robert Koch-Instituts (RKI).

Wie kommt das? Und wieso ist die private Universität in Baltimore/Maryland bei der Definition, der globalen Inszenierung und beim Management von Epidemien und Pandemien sowieso ungleich wichtiger als das kleine deutsche RKI?

Und warum lobt Johns Hopkins das US-Gesundheitssystem als das gegen Pandemien bestgeschützte der Welt? Ein erster Einblick.

Wir empfehlen einen Hintergrundbeitrag von Werner Rügemer, nachdenkseiten.de, 1.4.2020. https://www.nachdenkseiten.de/?p=59825

Ein Auszug:

Global-Health-Security-Index: „USA am besten gerüstet“

Zur Bloomberg School of Public Health gehört auch das Johns Hopkins Center for Health Security. Es erstellt den Global-Health-Security-Index. Er bewertet die Qualität der Gesundheitssysteme von 195 Staaten: Wie gut sind sie vorbereitet, um Epidemien erfolgreich zu bekämpfen?

[…]

Ergebnis des aktuellen Index 2019: Im Durchschnitt sind die Gesundheitssysteme „sehr schlecht“ vorbereitet, mit 40,2 von 100 möglichen Punkten. 75 Prozent der Gesundheitssysteme, vor allem der Entwicklungsländer, sind in einem „katastrophalen“ Zustand.

Aber welches Gesundheitssystem ist am besten vorbereitet, steht auf Platz 1? Es sind die USA. Und zwar in dreifacher Hinsicht: Erstens insgesamt, zweitens bei der Veröffentlichung von Erregern und Risiken, drittens bei verantwortlicher Wissenschaft. Bei der schnellen Eindämmung stehen die USA „nur“ an zweiter Stelle – nach dem ähnlich kaputt gemachten Gesundheitssystem Großbritanniens! Übrigens: Die Volksrepublik China steht an 51. Stelle.

Wenn die angeblich kritischen Medien jetzt besserwisserisch auf dem Dumpfbeutel Trump herumtrampeln, weil er die Verbreitung der Covid-19-Pandemie in den USA allzu lange verleugnet hat – diese ebenso dummen Medien sollten lieber auf den Dumpfbeuteln der JHU, der Gates-Stiftung usw. herumtrumpeln. Denn Trump berief sich auf den Global-Health-Security-Index, den er im Weißen Haus der versammelten Weltpresse vorhielt. „Johns Hopkins, glaube ich, ist eine hoch respektierte, große Institution“, lobte er.[36]

Das US-Gesundheits-System als globales Muster

So können wir die Anfangsfrage nun beantworten: Es ist nicht gut, sondern sehr schlecht, ja lebensgefährlich, dass die Aufbereitung der Gesundheits- und Krankheitsdaten und das Pandemien-Management der Menschheit im Eigentum der Johns Hopkins University in Privatgemeinschaft mit Gates, Bloomberg, Robertson, CDC, GAVI, CEPI, GHIT, WEF, Weltbank, Economist, GlaxoSmithKline, Novartis, BlackRock, Vanguard & Co sind.

Obwohl JHU, Gates, US-Regierungsbehörden, WHO & Co seit der CEPI-Gründung 1999 ständig vor kommenden Pandemien mit vielen Millionen Toten warnen – trotzdem wurden vor allem in den USA durch Privatisierung, Stellenkürzung, Methode der Fallpauschale usw. die Reserven für zusätzliche Tests und Behandlungen abgebaut, dann auch in der EU, vor allem in den jetzigen Covid-19-Todesstaaten Italien und Spanien.[37]

Durch Nicht-Testung und Nicht-Behandlung werden zudem noch mehr Tote verursacht. Das müssen JHU, Gates, Bloomberg & Co nicht bewusst wollen – Kapitalisten schützen sich routiniert durch professionelle Selbsterblindung vor der Erkenntnis der von ihnen verursachten Folgen – die wiederkehrenden Finanzkrisen sind das bekannteste Beispiel.

Also zum Abschluss ein kurzer Blick auf das von JHU, Gates & Co gelobte „sicherste Gesundheitssystem der Welt“ mit ein paar bekannten Daten:[38]

  • 2,8 Krankenbetten pro 1.000 Einwohner, ähnlich wie in Großbritannien und knapp vor Entwicklungsländern. Zum Vergleich: Russland und Deutschland verfügen über 8 Betten, Frankreich über 6.[39]
  • Deshalb schon im Normalbetrieb zahlreiche Nicht-Aufnahmen bei Notfällen.
  • 27,5 Millionen US-AmerikanerInnen sind ohne jegliche Krankenversicherung. Diese offizielle Zahl ist zudem zu niedrig, denn Millionen Illegale, die in privaten Haushalten, in der Gastronomie und anderen niederen Diensten den Betrieb aufrechterhalten, sind auch nicht versichert.
  • Etwa 100 Millionen US-AmerikanerInnen haben nur eine Teil-Versicherung: Für Zahnersatz, Operationen, Krankenhausaufenthalt, Medikamente usw. sind Zuzahlungen nötig, die aber von vielen Versicherten nicht geleistet werden können.
  • 60 Prozent der Privatinsolvenzen gehen auf teure Behandlungskosten zurück.
  • Privatisierung und hohe Versicherungsprämien: Das Gesundheitssystem ist bei weitem das teuerste pro Kopf, obwohl Millionen schwerer Krankheiten eines Teils der Bevölkerung gar nicht behandelt werden.
  • Höchste Kindersterblichkeit und niedrigste Lebenserwartung im Vergleich aller entwickelten Staaten (auch z.B. im Vergleich mit Kuba), dies zudem hoch gespreizt zwischen Arm und Reich.
  • Schon im Normalbetrieb: Doppelt so viele AmerikanerInnen im Vergleich der entwickelten Staaten sterben wegen eigentlich beherrschbarer Infektionskrankheiten wie Lungenentzündung.

So sieht also das hochwissenschaftlich von JHU& Co gepriesene, gegen Epi- und Pandemien bestgerüstete Gesundheitssystem der Menschheit aus. Es ist ein Geschäftsmodell.

Mehr lesen: https://www.nachdenkseiten.de/?p=59825

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