arbeitsunrecht FM Nr. 28 | Rätebewegung in Berlin 1920: Proteste gegen das erste Betriebsrätegesetz

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Interviews & Union Busting-News mit Jessica Reisner & Elmar Wigand.

Live-Stream. Radio. Podcast. Hier anhören + downloaden. Playlist, Hintergrund-Infos & Links.

Inhalt:

News zu Arbeitsunrecht und Union Busting: Automobilzulieferer Dräxlmaier: Betriebsrat wehrt sich gegen Union Busting | Deutsches Rotes Kreuz Paderborn: Einstweilige Verfügung gegen Betriebsratswahl + illegales Hausverbot gegen Gewerkschaftssekretär| Sozialversicherungsbetrug lohnt sich: Krimineller Gemüsehofbetreiber Wagner aus Mammingen kommt mit milder Geldstrafe davon | Start-up-Szene gegen Presse- und Meinungsfreiheit: Beirat Junge Digitale Wirtschaft fordert Maulkorb für Berichterstattung bei Börsengängen

Interview: Elmar Wigand spricht mit Axel Weipert, Autor des Buches Die zweite Revolution. Rätebewegung in Berlin 1919/1920

Vor über 100 Jahren protestierten 100.000 Menschen vor dem Reichstag gegen das erste Betriebrätegesetz der SPD. Die Sicherheitspolizei, die das Parlament schützen sollte, schoss in die Menge und warf Handgranaten, 42 Personen starben, hunderte wurden verletzt.


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Die SPD-geführte Regierung rief den Notstand aus, verbot Zeitungen, ließ Oppositionelle verhaften. Bis heute hält sich die Falschdartstellung, damals wäre ein Sturm auf den Reichstag verhindert worden.

Der 13. Januar 1920 ist im historischen Gedächtnis Deutschlands bis heute fast vollständig vergessen und verdrängt – auch in der Gewerkschaftsbewegung und der Linken. Der Massenprotest gegen das Betriebsrätegesetz markiert neben der Roten Ruhrarmee im März 1920 gleichzeitig den Höhepunkt und den traurigen Endpunkt der Rätebewegung in Deutschland. Damals erhofften sich viele eine zweite Revolution, die zu einer sozialistischen, radikaldemokratischen Räterepublik und Arbeiterselbstverwaltung führen würde.

Der Berliner Historiker Axel Weipert hat diesem Thema seine Doktorarbeit gewidmet. Sein Buch heißt „Die Zweite Revolution“. Ich spreche mit ihm über den Kapp-Putsch am 13. März 1920 — ein rechtsextremer Staatsstreich der durch einen politischen Generalstreik gestoppt wurde, über den Versuch eine Betriebsräte-Zentrale zu bilden, die radikale Betriebsräte in ganz Deutschland koordiniert. Und die Frage, wieso die radikale Rätebewegung fast so schnell verschwunden ist, wie sie entstand. Zunächst geht es um die blutig niedergeschlagenen Proteste gegen das Betriebsrätegesetz.

Was ist am 13. Januar 1920 vor dem Reichstag in Berlin passiert, was war die Gemengelage, was wollten die Demostranten?

Radio-Sendung (60:00 mit Musik | download)

Podcast (50:10 ohne Musik | anchor FM)


Playlist

Interpret — Titel / Lizenz / Fundort

1 Cletus Got Shot: Gravedigger CC-BY-NC-SA
2 Dick Raine: How Fcked Is This Shit CC-BY-NC-ND
3 The League: The Soundtrack Of Our Summer CC-BY

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Links / Quellen / Hintergrund-Informationen

Union Busting: „Premium“-Automobilzulieferer Dräxlmaier gegen Tarife und Betriebsräte

IG Metall, Juli/2021, abgerufen 14.07.2021 https://igmetall.de/tarif/besser-mit-tarif/draexlmaier-beschaeftigte-wollen-endlich-tarif 

DRK Paderborn torpediert Betriebsratsneuwahl. Hausverbot für Gewerkschafter | Bezirksregierung ermittelt 

Sozialversicherungsbetrug lohnt sich: Mamminger Gemüsehofbetreiber zu milder Strafe verurteilt. Ermittlungen wegen Ausbeutung und Tod einer Erntehelferin in 2018 eingestellt

Start-up-Szene gegen Presse- und Meinungsfreiheit: Beirat Junge Digitale Wirtschaft fordert Maulkorb für Berichterstattung bei Börsengängen


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