Berliner Zeitung: Jetzt kämpfen auch die Fahrer von Getir um einen Betriebsrat

0
222

Die Berliner Zeitung berichtete am 02. Mai 2022 über den Versuch des Getir-Managements einen unternehmenshörigen Betriebsrat zu installieren. Im  Beitrag heißt es unter anderem:

„Das ist das Modell Tesla“, sagt Elmar Wigand, Sprecher der Aktion gegen Arbeitsunrecht. Elon Musk, Milliardär und Chef des US-Elektroautobauers Tesla, gilt nicht als Freund von Gewerkschaften, Betriebsräten und Mindestlöhnen. „Das Management sorgt in solchen Firmen dafür, dass überfallartig ein managementfreundlicher Betriebsrat gegründet wird, bevor die Arbeiter sich selbst organisieren.“

Wigand sagt, nun sei die Frage, ob es gelingt, dass der Kandidat der Fahrer in den Wahlvorstand gewählt wird. Es geht um die Frage, ob der künftige Betriebsrat für bessere Arbeits- und Hygienebedingungen für die Fahrer kämpft. Für Urlaub, für den Arbeits- und Gesundheitsschutz, für Sozialpläne und gegen Diskriminierung. „Oder der Betriebsrat ist wie ein dressierter Hund und winkt alle Beschlüsse des Managements durch.“


Informiert sein? Auf dem Laufenden bleiben? Mehr wissen.
E-Mail-Newsletter der aktion ./. arbeitsunrecht > bestellen

Eine Abstimmung per Handzeichen gegen einen Manager gewinnt Ronnie dort – jedenfalls nach Ansicht der Fahrer. Das wird von der Gegenseite angefochten. Dann muss neu abgestimmt werden. Wigand beschreibt den Ablauf des neuen Wahlgangs folgendermaßen: Ronnie und der Manager mussten sich im Foyer aufstellen. Alle, die wählen wollten, mussten vortreten und in aller Öffentlichkeit kundtun, für wen sie sich entscheiden. „Das Management war im Raum und schaute zu“, sagt Wigand. „Die dürfen eigentlich gar nicht da sein. Das löst doch einen enormen Druck aus und hat wenig mit freier Wahl zu tun.“ Denn die Fahrer müssten ihre Entlassung fürchten.

Schließlich gewinnt der Manager mit 139 zu 84 Stimmen bei zwei Enthaltungen. „Dieser Manager darf weder gewählt werden noch bei der Wahl anwesend sein.“ Die Firma wolle die Sache nur in die Länge ziehen. „Die ganze Sache landet ganz sicher vor Gericht.“

Den ganzen Beitrag von Jens Blankennagel in der BZ vom 02.05.2022 können Sie hier lesen: Nach Gorillas: Jetzt kämpfen auch die Fahrer von Getir um einen Betriebsrat


Wo Sie schonmal hier sind...

... hätten wir ein ernstes Thema zu besprechen. Der Verein aktion ./. arbeitsunrecht e.V. stellt alle Inhalte dieser Webseite kostenfrei und ohne Werbung zur Verfügung. Wir sind aus gutem Grund unabhängig von Stiftungen, Parteien, Gewerkschaften und staatlicher Förderung.
Dafür bitten wir Sie um Unterstützung: Bitte helfen Sie uns mit einer Spende!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here