Maredo-Prozess erhitzt Gemüter / Kleine Presseschau

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Zahlreiche Kommentare zu Zeitungsartikel belegen die Brisanz des Themas / Maredo verwendet SZ-Artikel in Post an Schäfer-Gümbel (SPD) Update

Am 18. Juni 2012 berichtete Felix Helbig in der FR  vom Maredo-Prozess in Frankfurt. Wer seinen Artikel mit der Berichterstattung von Helga Einecke und Sibylle Haas am 8. Mai 2012 in der Süddeutschen vergleicht (Schlagzeile „Grillen und Stehlen“), erfährt einiges über Qualitätsunterschiede im Journalismus.

Maredo verwendete den SZ-Artikel, der die Qualität des Falles als mustergültiges Union-Busting-Maneuver verkennt, prompt als Beleg in einer Mail an den SPD-Politiker Thorsten Schäfer-Gümbel. Der Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag sollte im Mai 2012 dazu bewogen werden, seine Unterstützung der facebookseite Maredo-Solidarität zurück zu  ziehen.

Ein gehaltvoller Beitrag erschien in der Frankfurter Neue Presse vom 21. Juni 2012 („Big Brother im Steakhaus“), während die BILD-Lokalredaktion Frankfurt, genauer Sönke Schulenburg (hier als „toller Kollege“), sich unter der Überschrift „Prozess um Selbstbedienung bei Maredo“ am 20. Juni 2012 zu 100%ig die Darstellung der Maredo-Manager und ihrer Dienstleister zu eigen macht: „Die ersten 3 Arbeitsgerichtstage offenbarten eine Selbstbedienungskultur beim Steakbrater.“ In diesem Tenor geht es in dem knappen Bericht munter weiter, ohne den dahinter liegenden Konflikt – systematisches und sorgfältig geplantes Betriebsrats-Bashing –  auch nur im Ansatz zu erwähnen, oder die betroffenen ArbeiterInnnen zu Wort kommen zu lassen. Der Artikel der BILD-Frankfurt ist übrigens nicht im Webauftritt es Springer-Konzerns zu finden, wurde aber vom Spezialisten für Ligitation-PR, Michael Cramer, der für Maredo arbeitet, per twitter online gestellt.

Die Frankfurter Rundschau verzeichnete nach 3 Tagen immerhin 19 Kommentare unter Felix Helbigs Prozessberichterstattung. Ein recht hoher Wert, der die Brisanz des Themas für die arbeitende Bevölkerung aufzeigt. Hier dokumentieren wir eine Auswahl der Äußerungen:

DerPriestersagt:

Wenn die Maredo-Leitung tatsächlich Beweise für ihre Anschuldigungen hätte, hätte sie sie auch vorzeigen können. Stattdessen riecht es wieder einmal nach billiger Aushebelung des Kündigungsschutzes gegen Arbeitnehmer, die nach Ansichten des Vorstandes „zu viel verdienen“! Dagegen gibt es nur ein Mittel: Maredo boykottieren, sabotieren, ächten.

marilusagt:

Arbeitsrecht ist gerade wenn es um Entlassungen geht für den Arbeitgeber faktisch ohne Risiko. Diese wirklich für den Arbeitgeber fasten kostenlose in jedem Fall Kostenneutrale Situation gegen die sich der Arbeitnehmer praktisch nicht wenden oder wehren kann erlaubt es solchen unredlichen Vorgesetzten / Angestellten ihre ihnen unterstellen Mitarbeiter zu drangsalieren. Eine schlimme Situation. Man wirft im Zweifel dem Arbeitnehmer etwas vor was er nicht begangen hat , was der Arbeitnehmer weil nicht begangen auch nicht belegen kann. Man kündigt den Schwächsten und alles das kostet nichts. Selbst wird einer Kündigungsschutzklage durch ein Gericht stattgegeben kommt vielleicht ein Abfindung oder Weiterbeschäftigung raus. Was hat den Arbeitgeber das gekostet ? Hier sieht alles danach aus, dass die Vorgesetzten wirklich nur ein Ziel verfolgten diese Arbeitnehmer los zu werden. Hoffentlich kämpfen die Arbeitnehmer . Nur leider kennt man im Arbeitsrecht kein Bußgeld oder Schmerzensgeld für die Sorgen und Nöte den die unschuldig gekündigten Arbeitnehmer ausgesetzt sind.

DerPriestersagt:

Ich erinnere an die Rede des „Bundespräsidentenkandidaten“ Georg Schramm alias Lothar Dombrowsky in der Anstalt-Sendung vom 8.6.2010: http://www.youtube.com/watch?v=Pa3TF7lbe3A Zitat: „Ich begrüsse in meiner Funktion als neuer Bundespräsident alle Bürger dieses Landes, die in der letzten Zeit wegen Frikadellen- und Käsebrötchen – Mundraub – ihre Arbeit verloren haben; und damit ihre Existenz, nachdem sie jahrelang ihren Reichtum gemehrt haben, liebe Oberschicht!“

marilusagt:

Hier wird die Olive oder der Pommes erwähnt. Das aber wird der Dreckigkeit dieser Vorgesetzten vor Ort nicht gerecht. Ja es kann sein dass man wirklich eine Arbeitnehmer nicht mehr im Betrieb behalten will. Das aber kann man auf anständige Weise bewerkstelligen auch wenn es bei unserem Arbeitsrecht eher schwierig ist. Das eigentlich eher unerträgliche Thema ist, dass die „kleinen Arbeitgeber “ Geschäftsführer oder Vorgesetzten aus niedren Beweggründen , eigenes Fortkommen solch schäbische Methoden anwenden.

marilusagt:

Wenn es aber den Tatsachen entspricht, dass tatsächlich Verfehlungen festgestellt wurden dann ist das sicher über Abmahnungen zu ahnden auf, dass es im Wiederholungsfalle zur Konsequenz führen muss. Ich schreibe diese Beiträge hier weil mir ohne Verfehlung ( Benutzung eines mir nicht zustehen Parkplatzes ) 4 mal gekündigt wurde davon 2 mal fristlos. Aber nach genau 12 Monaten im selben Betrieb in höherer Position weiter beschäftigt wurde.

rustisagt:

Was der Büscher, Maredo, hier abzieht iss eine der ollesten Kamellen der neoliberaldekadenten Arbeitgeber. Die bekommen so was von vor die Birne vor Gericht, dass der Imageschaden für diese asoziale Fresskette nicht mehr gut zu machen iss. Jeder der etwas auf sich und Arbeitnehmerrechte hält sollte diesen Laden meiden und solche möchte gern Arbeitgeber wie Büscher meiden. Der Typ hat normalerweise fertig und in der Geschäftswelt nix mehr zu suchen. Er hat auf ganzer Linie versagt – ein Looser.

snafusagt:

Ich hoffe die Maredo-Geschäftsführung kriegt wenigstens vor dem Gericht gezeigt wo der Hammer hängt. Protestieren bringt ja nicht viel weil man dann zu den Spinnern gehört… Fristlose Kündigung wegen einer Olive? Weil man die Cola testet bevor man sie den Kunden gibt? Wenn das und „hohe Löhne“ von über 7,50 Euro (da kann man ja nicht mal mehr lachen) solche Unternehmen in die Pleite führt wie hat die Menschheit dann überhaupt überlebt? Solche Geschäftsführer brauchen eine neue Beschäftigung: in der Gefängniswäscherei.

Mirco A.sagt:

Aber Niebel kann ohne Sorgen einen Teppich hinterziehen………GLEICH UND GLEICHER

Joergsagt:

Da gibt es nur eins: nicht mehr in so einen Laden gehen und das auch in seinem Bekanntenkreis kundtun. Es gibt ohnehin massenweise bessere Restaurants in Frankfurt als dieser überteuerte Steakgriller.

Bahnfansagt:

Wieder ein solcher Vorfall wie man Mitarbeiter loswerden will. Dann wird einfach was behauptet was nicht im Geringsten nachgewiesen werden kann. Normalerweise erhält man bei solchen Vorfällen eine Abmahnung. Solche Lokalitäten sollte man meiden.

Tommiesagt:

Ich stimme AndreasSchlueter zu. Spannend ist hier auch der strafrechtliche Teil. Freiheitsberaubung (Verschließen der Türen), Nötigung, rechtswidrige Filmaufnahmen etc. Da kann – auf Grundlage des FR-Berichts – einiges zukommen auf die Düsseldorfer Maredo-Führung.

Hendrik H.sagt:

Interessant ist auch das Maredo zwar ständig behauptet das verzehrte Waren nicht gebucht wurden dies aber nicht anhand von Kassenaufstellungen beweisen kann. Solche gibt heutzutage allerdings nahezu jede Kasse her. Witzig ist auch das Kellner wegen einer Pommes oder einem Schluck Cola gekündigt werden. Fakt ist nun einmal, wenn ich als Kellner eine Reklamation annehme dann muss ich herausfinden was an dieser dran ist um gegebenenfalls dem Koch zu sagen das er dies ändern muss etc. Wenn dann die Cola ohne Sprudel oder die Pommes kalt ist kann ich entweder den finger reinstecken oder eben testen. Was kommt als nächstes Köche die ihr Essen nicht mehr abschmecken können aus Furcht deshalb gekündigt zu werden.

runo007sagt:

richtig, im land der pommesbuden, leiharbeit hier und anderen die schuhsolen essen von tieren die zu millionen abgeschlachtet für germanen die kaum laufen können bis der arzt kommt..

Ta L.sagt:

einen ganz grossen Bogen um diesen Laden machen!

Zu guter Letzt eine Kommentar von mir selbst:

ElmarWigand sagt:

Ein sehr guter Artikel. Kompliment, Herr Helbig! Eine Ergänzung: die PR-Agentur aus Berlin, von der die Rede ist, heißt Alt//Cramer, der Mann, welcher im Auftrag von Maredo Journalisten bearbeitet, heißt Michael Cramer, laut Eigendarstellung ehemaliger Redaktionsleiter der Talkshow „Sabine Christiansen“ und ehemaliger Sat.1-Newschef. Warum nennen Sie den Namen nicht? Elmar Wigand / http://arbeitsunrecht.de


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