Maredo: Betriebsrätin bittet um Solidarität vor Gericht

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Wildwest in Osnabrück: Bossing, Drohung mit Betriebsschließung, Anti-Gewerkschaftsgruppe in Belegschaft, Bespitzelung

Wir dokumentieren einen Brief der gekündigten Maredo-Betriebsrätin Jaqueline Fiedler, in dem die Union-Busting-Strategie von Maredo um weitere Facetten erhellt wird.

Liebe Mitstreiter ,

Zur Erinnerung. Nach dem im November 2011 durch eine Nacht- und Nebelaktion überfallartig fast die komplette Mannschaft von Maredo Frankfurt „Fressgass“ gekündigt wurde, war es klar, das es dem Betriebsrat Osnabrück auch „ans Leder“ geht.

Man hatte vor 2 Jahren in der Osnabrücker Filliale, mit einer fast vollständig zusammenstehenden Belegschaft einen Betriebsrat aus dem Boden „gestampft“. Leider bedachte man nicht ,das man bei Maredo damit völlig auf „Granit beißt“, denn egal welche Forderung der Betriebsrat für seine Belegschaft und für seine daraus resultiertente Arbeit hatte, Maredo schaltete auf Ignoranz und später auf Druck.

Fast die gesamte Belegschaft bekam im Oktober 2011 (BR Vorsitzende weilte im Ausland) von Maredo Managern Zahlen vorgetragen, welche Geldmittel der Betriebsrat angeblich verbraucht hatte und man zog die Wirtschaflichkeit des Betriebes in Zweifel .  Dazu muss man erwähnen, das bis zu diesem Zeitpunkt, außer etwas Büromaterial, keine Kosten durch den Betriebsrat entstanden waren. Selbst rechtlich relevante Grundlagenseminare wurden von Maredo nicht bezahlt.

Von der Belegschaft wurden eindeutige Signale verlangt, wie es unter diesen Bedingungen mit dem Maredo Osnabrück weitergehen sollte. Das heisst im Umkehrschluss, dass es mit Betriebsrat nicht weitergeht. Ab diesem Zeitpunkt wandten sich mehrere Mitarbeiter vom Betriebsrat ab und verfolgten Strategien, um sich dessen zu „entledigen“.

Als der Druck insbesondere auf die BR-Vorsitzende Jacqueline Fiedler immer größer wurde, ließ sie sich ausschließlich für ihre Arbeit bei Maredo arbeitsunfähig schreiben. 2 weiteren Nebentätigkeiten ging sie weiterhin nach. Auf diesen Arbeitstellen wurde sie von diversen leitenden Maredoangestellten und Mitarbeitern verfolgt, bedrängt, fotografiert und zum Rücktritt bzw. zur Kündigung aufgefordert.
Da dieses Vorgehen nicht fruchtete, wollte Maredo die Zustimmung zur Kündigung der BR-Vorsitzenden über den Betriebsrat durchsetzen. Da der BR dieses ablehnte, klagt Maredo die Zustimmung jetzt vor dem Arbeitsgericht Osnabrück ein, wo am 28.6.12 der 2. Kammertermin stattfindet.

Um dem Gericht bzw. Maredo zu zeigen, das solch ein Vorgehen gegen Beschäftigte und Betriebsräte inakzeptabel ist und auch gegen bestehendes Recht verstösst, möchte ich Euch bitten, dieses durch Eure Anwesenheit zu demonstrieren.

Ich bedanke mich im Voraus.

Mit solidarischen Grüßen
Jacqueline Fiedler

Prozesstermin:  Donnerstag: 28.6.2012 um 12.10 Uhr, Arbeitsgericht Osnabrück, Kollegienwall 29-31

[Hervorhebungen arbeitsunrecht.de]


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