Reha-Kliniken: Massenentlassung bei AHG

Median / Waterland schließt Verwaltungssitz in D’dorf | McKinsey ist im Haus | Höchste Alarmstufe für Beschäftigte!

Laut Informationen des Arbeitsamtes steht die Verwaltungszentrale des Reha-Anbieters „Allgemeine Hospital-Gesellschaft“ (AHG) in der Benrather Schlossallee 31 in Düsseldorf unmittelbar vor der Schließung. Von 89 dort arbeitenden Personen sollen laut Gewerkschaftskreisen 64 zum 31. März 2017 gekündigt worden sein.

AHG wurde im Juli 2016 vom größten privaten Reha-Konzern Deutschlands, der Median-Kliniken GmbH, gekauft (terz 09/2016). Median gehört seit 2014 dem niederländischen Hedge Fonds Waterland. Aus der Düsseldorfer Waterland-Zentrale steuert Manager Carsten Rahlfs als Aufsichtsratsvorsitzender die Geschäfte.

Die Median-Zentrale in Berlin wird die AHG-Betriebe nach der Liquidation der Düsseldorfer Verwaltung lenken. Das Verschlankungsmanöver dürfte erst der Anfang gewesen sein. Laut Gewerkschaftern ist die berüchtigte Unternehmensberatung McKinsey seit dem Sommer damit befasst, AHG nach “Optimierungspotential” zur durchforsten, so dass mit weiteren Entlassungen durch Auslagerungen und Schließungen zu rechnen ist.

Investment-Fonds Waterland von McKinsey durchsetzt

Dass McKinsey von Waterland beauftragt wird, kommt nicht überraschend: UPDATE: Der aggressive Finanz-Investor installierte mit André Schmidt (46) einen McKinsey-Mann als CEO der Median-Klinken. Dessen Aufsichtsrats-Chef, der deutsche Waterland-Manager im Rang eines Partners, Carsten Rahlfs, begann seine Karriere ebenfalls bei McKinsey in Hamburg, wo er von 2000  bis 2005 Konsumgüter-Hersteller beriet. [1]

Von den 56 Managern, Analysten und Rechtsberatern, die laut Firmen-Website für den Waterland arbeiten, waren 6 zuvor bei McKinsey: Nicolas D’heygere (Senior Investment Manager, Antwerpen), Jörg Dreisow (Managing Partner, Düsseldorf+München), Gregor Hengst (Investment Director, München),  Kristian Klosterkämper (Investment Manager, Düsseldorf), Hans Orlemans (Associate Principal, Bussum), Thomas Simons (Investment Director, Bussum).

Die McKinsey-Ehemaligen bilden eines der wichtigsten elitären Netzwerke innerhalb der deutschen Wirtschaft (Der Spiegel, 9.10.2012); die Ausbildung nach der McKinsey-Philosophie trägt sektenhafte Züge (Handelszeitung, 27.10.2015), was die McKinsey-Jünger eng zusammen schweißt.

Viel Zeit bleibt nicht: Jetzt organisieren!

Alle AHG-Beschäftigten, denen ihr Arbeitsplatz lieb ist, sollten in höchster Alarmbereitschaft sein und sich jetzt gewerkschaftlich organisieren. Wann wenn nicht jetzt? Es ist 5 vor 12. Der Name McKinsey verheißt nichts Gutes für einfache, ehrliche Arbeiter*innen, Pflegekräfte und Krankenhauspersonal.

UPDATE: Aber Vorsicht! Für die gewerkschaftliche Organisierung in Zeiten verschärften Union Bustings (Was ist das?) gilt: So lange wie möglich unterhalb des Radars der Geschäftsleitung bleiben, einen kleine Kreis aus eingeschworenen, vertrauensvollen Persoen aufbauen und diesen langsam erweitern.Es sind tatsächlich Strategien aus der Untergrund-Arbeit nötig, wie sie von Arbeitern und Sozialisten in diktatorischen Regimen entwickelt wurden. Das klingt zunächst nicht schön, ist aber absolut nötig und am Ende erfolgreich.

Die aktion./.arbeitsunrecht leistet bei Bedarf – nach unseren bescheidenen Möglichkeiten – hierzu strategische Beratung.


Fußnoten

[1] Eingespieltes Duo, Börsen-Zeitung, 13.12.2016

Weitere Informationen:

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