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Hardcore-Arbeitsrechtler Dirk Schreiner spürt Gegenwind

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… und bekommt reichlich Raum auf spiegel.de sich zu rechtfertigen.

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Bildschirmfoto Schreiner + Partner-Website vom Mai 2013 (Ausschnitt).

Es könnte ein bundesweiter Trend werden. Die Seminare zur Niederhaltung von Betriebsräten und Gewerkschaften, die Dirk Schreiner + Partner in einem bundesweiten Wanderzirkus anbieten (siehe hier), treffen immer öfter auf lautstarken Protest.

Der Initiative Klassenkampf in Stuttgart gebührt die Ehre, im März 2014  den Anfang gemacht zu haben (Flugblatt, pdf). Es folgte der offene Gewerkschafts-Stammtisch München mit Protesten am 25. 09. 2014 in Freising (Flugblatt, pdf) . Inzwischen sind die IG Metall Jugend in Hannover dazu gestoßen (25.-27. 11. 2014, siehe Bericht) und in am 4. 12. 2014 der klassenkämpferische Block Berlin (siehe Bericht).

Dass die Proteste durchaus Wirkung zeigen, lässt sich daran ablesen, dass die Union Buster aus Attendorn ihre Website renoviert haben und jetzt etwas gediegener daher kommen. Der allzu offensichtliche Anschein, dass hier zu Straftaten angeleitet werden könnte, wurde etwas herunter gepegelt.

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Protest gegen Schreiner + Partner. 27. März 2014 in Stuttgart, vor dem Dorint Hotel

2013 hieß es auf der Startseite noch „Wer suchet der findet“ – Es ging um die „Kündigung der Unkündbaren“ (gemeint sind z.B. Betriebsräte, Schwangere und Behinderte screenshot siehe hier).  Oder auch: „Wir erreichen Ihre Ziele. […] Der größte Feind des Guten ist der Bessere. Es gewinnt, wer Technik und Taktik am Besten beherrscht.“ Dazu das Foto eines hungrig schweifenden Seeadlers (screenshot).

Aber das oberflächliche Facelifting kann nicht darüber hinweg täuschen, worum es hier geht. Immer noch im  Programm ist z. B. das Seminar „In Zukunft ohne Betriebsrat -Wege zur Vermeidung, Auflösung und Neuwahl des Betriebsrats“. Inhalte unter anderem:

  • Die Auflösung des Betriebsrats
  • Ausschluss eines Mitglieds aus dem Betriebsrat
  • Kündigung von Betriebsräten
  • Umstrukturierung und ihre Auswirkungen auf den Betriebsrat
  • Outsourcing und die Auswirkungen auf den Betriebsrat
  • Ihr Einfluss auf die Betriebsratswahl

Spiegel-Online öffnet Dirk Schreiner seine Seiten

Im Gegensatz zum Arbeitsrechts-Rambo Helmut Naujoks, der die Öffentlichkeit geradezu sucht und TV-Kameras liebt, blieb Dr. Dirk Schreiner bislang gern im Hintergrund. Was seinen Geschäften durchaus zuträglich war. Anders als Naujoks hat er inzwischen ein Team von sechzehn Rechtsanwälten und neben dem Hauptsitz in Attendorn Standorte in München, Köln, Hamburg, Karlsruhe, Dresden (laut Firmen-website vom 5.12.2014).

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Zur Methode Schreiner

Protest gegen ein Schreiner + Partner-Seminar am 4. 12. 2014 in Berlin-Moabit.
Protest gegen ein Schreiner + Partner-Seminar am 4. 12. 2014 in Berlin-Moabit.

Schreiner + Partner vertreten einerseits Union-Busting-Methoden (Was ist das?) als Anwälte vor Gericht; sie füheren aber auch betriebsinterne Schulungen durch, die geräuschlos wirken. Hier erlernen Personalverantwortliche Methoden zur Zermürbung Einzelner und zur Spaltung von Belegschaften, möglichst ohne dass Gewerkschafter und Betriebsräte dies merken. Die später folgenden Wellen von Kündigungen und Abmahnungen können auch von unverdächtigen Juristen durch exerziert werden, für Bespitzelungen stehen Detekteien zur Verfügung, während Schreiner + Partner als Berater im Hintergrund die Umsetzung ihrer Dramaturgie verfolgen und anleiten. Und dabei selbstverständlich üppige Honorare einstreichen. Gerade der Geräuschlosigkeit der Methode liegt ihre Brisanz. Daher ist Kanzlei Schreiner + Partner als gefährlicher einzuschätzen als der plump auftretende Helmut Naujoks, dessen Methoden jüngst bei Burger-King zum Totalschaden des Franchise-Nehmers Yi-Ko-Holding führten (siehe Bericht).

Wie sadistische sind Personalbosse?

Der Gegenwind von der Straße, der auch durch die Publikationen von Werner Rügemer und Elmar Wigand ausgelöst sein dürfte (Studie Union-Busting, Buch „Die Fertigmacher„), hat Dirk Schreiner offenbar auch hier zur Kurskorrektur bewogen. Spiegel-Online und das Manager-Magazin öffneten ihm am 13. 11. 2014 ihre Seiten für ein großes Interview: Herr Schreiner, wie sadistisch sind Personalbosse?

Die Fragen des freien Journalisten Bernd Kramer (Berlin) kommen zunächst kritisch und frech daher. Bei näherer Betrachtung gibt er Dirk Schreiner aber die Gelegenheit, sich vor einem großen Publikum zu rechtfertigen und die Normalität seiner schmutzigen Geschäfte zu behaupten. Es könnte sich auch um ein Stück geschickt lancierter Firmen-PR handeln. Auf Nachfrage, von wem die Initiative für das Interview ausging, antwortete weder der Journalist Bernd Kramer, noch die Redaktion von spiegel-online.

Kollektive Rechte? Fehlanzeige

Die Worte „Betriebsrat“ und „Gewerkschaft“ sucht man im Interview vergeblich. Es geht allein um den Kampf von Personalchefs gegen individuelle Mitarbeiter. Hier liegen Bernd Kramer und  Spiegel-online ganz auf neoliberaler Linie. Kollektive Rechte und Organisierung werden einerseits totgeschwiegen, wenn sie ausnahmsweise doch auftauchen, dann als Bedrohung (siehe GDL-Streik). Andererseits werden kollektive Rechte und gewählte Arbeitnehmervertreter hinter den Kulissen vehement bekämpft.

Dass Figuren wie Dirk Schreiner die Verrohung der Sitten aktiv voran treiben, bewerben und anleiten, fällt ebenso durch das Raster dieses „Leitmediums“, wie das rechtsnihilistische und menschenrechtswidrige Potential, das Dirk Schreiners Methoden beinhalten.

Schreiner + Partner agieren bewusst in der Grauzone zum Rechtsbruch, oft auch darüber hinaus. Ihre Beratung führt zu folgenden kriminellen Handlungen:

  • Behinderung von Betriebsratsarbeit (§ 119 BetrVG)
  • Mobbing + Bossing (§.3.3 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz)
  • Offene und verdeckte Bespitzelung, die in Zusammenarbeit mit Detekteien organisiert wird. Dadurch kommt es nicht selten zu körperlichen und seelischen Schäden bei Opfern. Also Körperverletzung:(§223 StGB).

Insgesamt betreibt die Kanzlei Schreiner + Partner relativ offen Anstiftung und Beihilfe zu Straftaten (§26 + §27 StGB).

Machen wir den Unrechtsanwälten das Leben schwer!

Wir hoffen, dass sich weitere Lokal-Bündnisse zusammen finden, um gegen Union-Busting-Seminare von Schreiner + Partner und Konsorten vorzugehen.

Termine für die oben genannte ArbeitsUnrechts-Schulung „In Zukunft ohne Betriebsrat“ sind (laut Schreiner-Website):

  • 8. 01. 2015, Maritim Hotel Köln,
  • 14.01.2015 Arvena Parkhotel Nürnberg,
  • 24.03.2015 Leonardo Hotel Airport Hamburg,
  • 22.04.2015 Mercure Hotel Frankfurt Eschborn Ost,
  • 30.04.2015 Hotel Pullman Dortmund.

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