Solidarität mit Inge H. !

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Eine JobCenter-Mitarbeitern steht auf gegen das organisierte Arbeitsunrecht

NŸrnberg ArbeitsamtDie Hamburgerin Inge H. übt in ihrem privaten Blog http://altonabloggt.wordpress.com/ in bewunderswert furchtloser Weise scharfe Kritik an ihrem Arbeitgeber, dem JobCenter. Sie tritt auch bei öffentlichen Veranstaltungen als Kritikerin der Behörde auf. Es bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft mehr Angestellte der Arbeitslosenverwaltung diesem mutigen Beispiel anschließen.

Sie sei nicht bereit, sich weiterhin zum Handlanger eines menschenverachtenden Systems zu machen, schreibt Inge H., ein System, das Sie denn auch detailliert und kompetent anprangert.

Mit befristeten Verträgen gefügig gemacht

Schon dass viele ihrer Kollegen nur befristete Arbeitsverträge haben, mache sie zu willigen Vollstreckern unsinniger Erniedrigungen. Immer in der Hoffnung, dass wenigstens der eigene Arbeitsvertrag noch einmal verlängert wird. Dahinter steckt Kalkül, wie Inge H. in ihrem Text vermutet, weil ständig von eigener Arbeitslosigkeit bedrohtes „Frischfleisch“ gehorsam jede noch so unsinnige Vorgabe umsetze.

Wie viele Tote, Geschädigte und geschändete Hartz IV-Bezieher wollen Sie noch auf Ihr Konto laden? Wie viele Dauerkranke, frustrierte und von subtiler Gehirnwäsche geprägte Mitarbeiter wollen Sie in Ihrem Konstrukt Jobcentermaschine durchschleusen?

Wie wird das JobCenter Hamburg reagieren?

Inge H. vermutet schon in ihrem eigenen Text, dass sie nun Repressalien ihres Arbeitgebers ausgesetzt sein wird. Und prompt wurde sie letzten Freitag, den 08.03.2013, zum Personalgespräch vorgeladen (Brief im Original siehe unten). Der Termin wurde Donnerstags von Seiten des Amtes abgesagt. Inge H. ging trotzdem hin, um eine Krankmeldung abzugeben. In Erwartung größerer Sympathiekundgebungen fand sie die Umgebung des Job-Centers voller Bewacher (so postet Ralph Boes, selbst für einen menschenwürdigen Umgang mit Hartz IV-Beziehern engagiert, nach einem Telefonat mit Inge H.).

Welle der Solidarität

Die Einschätzung, dass eine wachsende Öffentlichkeit am weiteren Verlauf des Arbeitsverhältnisses von Inge H. interessiert ist, dürfte sich dabei mehr als richtig erweisen. Denn in diesem Moment rollt eine Welle der Solidarität los, die es den Vorgesetzten von Inge H. vermutlich schwer macht, sie sich als unliebsame Kritikerin aus den eigenen Reihen kurzerhand vom Hals zu schaffen. Das JobCenter Hamburg wird sich mit der System-Kritik Inge H.s auseinander setzen, oder sie zumindest zähneknirschend ertragen müssen. Bleibt zu hoffen, dass sie auch aus den Reihen von JobCenter-Mitarbeitern Unterstützung erfährt. Inge H. schreibt:

Mir ist bewusst, das ich mich mit diesen Fragen und dem Artikel weiteren Repressalien durch Ihre Behörde aussetze, vielleicht sogar meinen Arbeitsplatz riskiere. Mir ist aber auch bewusst, dass Menschlichkeit nur entstehen kann, wenn aufgerüttelt wird, wenn sich kritische Stimmen, auch aus den eigenen Reihen, erheben. Und ebenso als freie, anerkannte Journalistin nehme ich mir das Recht der vierten Staatsgewalt heraus und mache auf Missstände aufmerksam. So will ich nichts anderes, als Veränderung in Ihren Köpfen für mehr Menschsein und Beachtung der Menschenwürde nach dem Grundgesetz.

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/maulkorb-fuer-kritische-jobcenter-mitarbeiterin-9001332.php

Mehr lesen:

Eine Jobcenter-Mitarbeiterin kämpft gegen Hartz IV. Interview mit Inge H. – http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/eine-jobcenter-mitarbeiterin-kaempft-gegen-hartz-iv-9001333.php

Kritische Mitarbeiter in den JobCentern – bis das Rückgrat bricht – http://altonabloggt.wordpress.com/2013/01/27/kritische-mitarbeiter-in-den-jobcentern-bis-das-ruckgrat-bricht/

Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt – Das Sanktionieren in Hamburg http://altonabloggt.wordpress.com/2013/02/13/denken-und-sein-werden-vom-widerspruch-bestimmt-das-sanktionieren-in-hamburg/

jobcenter-hamburg-brief-inge-h


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