Frontberichte 12. KW

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Arbeitsunrecht und Union Busting in Deutschland, 18. – 23. März 2013.

ADAC/Hannover +++ EPM/Frangenberg +++ Unbekannt/Plauen +++ SGT/Oelsnitz +++ Verzinkerei Hauenhorst/RheineHauenhorst +++ Legoland/Günzburg +++

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Der ADAC-Betriebsrat wurde – laut Aussage von gekündigten Mitarbeitern in der Presse- bespitzelt, Festplatten nach belastendem Material durchsucht. Ex-Vorstand Burkhard Scheunert spricht von einem Sumpf und davon, dass Mitarbeiter eingeschüchtert wurden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Skandal wurde durch einen Bericht von Uwe Ritzer in der Süddeutschen publik, die NDR-Sendung panorama 3 folgte mit einem Magazin-Beitrag.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ueberwachte-e-mails-spionageverdacht-beim-adac-1.1629727


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http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/adac285.html

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Wildwest in Sachsen: EPM, Plauen, SGT

Ist die Region um Plauen und Zwickau an der Ecke von Bayern, Thüringen, Sachsen und Tschechien besonders anfällig für Schikanen, aggressive Arbeitgeber und abenteuerliche Arbeitsbedingungen?

Schwer zu sagen. Vermutlich fällt sie uns nur deshalb besonders auf, weil wir seit geraumer Zeit die Berichterstattung der führenden Lokalzeitung Freien Presse lessen. Über den Fall einer Betriebsratsverhinderung bei bei Hubert Distner Fensterbau in Neuensalz haben wir bereits geschrieben:  http://arbeitsunrecht.de/?p=1307#more-1307

EPM Schaltanlagen Frangenberg

Jetzt enthüllte Uwe Lemke härteste Methoden beim Schaltanlagenbauer EPM in Frangenberg: Hier wurde der Betriebsratschef nicht nur gekündigt, sondern von der Polizei abgeführt und vom Werksgelände entfernt. Diesmal nennt die Freie Presse Namen: So soll Geschäftsführer Hubert Timmel folgende Methoden in Anschlag gebracht haben: Wellen von Kündigungen gegen die Betriebratsgründer (bis zu 15 Stück). Um den 2012 unter heftigem Gegenwind gegründeten Betriebsrat zu umgehen, soll er eine Scheinfirma gegründet haben:

„Vielen Mitarbeitern wurden neue Arbeitsverträge angeboten. Geändert aber hat sich nichts für die Betroffenen – außer, dass sie statt 7,40 nunmehr 7,70 Euro verdienen, aber dafür ihre Betriebszugehörigkeit von bis zu 20 Jahren verloren haben“, kritisiert Wohlfeld. Dass die neue Firma immer noch die alte ist, liegt für Betriebsratsmitglied Christian Thierbach auf der Hand: „Es sind dieselben Gebäude, dieselben Produkte, dieselbe Verwaltung und dieselbe Führung.“

Die angewandte Methode riecht nach dem einschlägigen Union Buster Helmut Naujoks, der in der Region aktiv beteiligt war, den gesamten Betriebsrat des Automobilzulieferers Saxas zu schassen (siehe IG Metall Zwickau vom 02.04. 2010). Die IG Metall hält auch diesmal dagegen. So protestierte die Belegschaft eines süddeutschen Geschäftspartners – Schuler aus Waghäusel – gegen die Methoden bei ihrem Zulieferer EPM: Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerrechten sei ein Eckpfeiler der Demokratie. Das erwarte Schuler auch von seinen Lieferanten.

http://www.freiepresse.de/LOKALES/MITTELSACHSEN/MITTWEIDA/Frankenberg-Betriebsratschef-von-Polizei-abgefuehrt-artikel8304452.php

Plauen: 16 Arbeiter in Schrottimoblie einquartiert

In Plauen, Vogtland wurde ein gesperrtes baufälliges Haus, an dem schon Abrissarbeiten im Gange waren, geräumt. Wie Tino Beyer in der Freien Presse enthüllte, hatte eine Firma aus Südosteuropa hier 16 Arbeiter auf illegale, menschenunwürdige und sogar lebensgefährliche Weise einquartiert: „Das Hintergebäude mit den Toiletten drohte in sich zusammenzufallen.“ Leider nennt der Artikel weder den Namen der Betreffenden Firma, noch einen Verantwortlichen. Uns würde interessierten, wo die 16 Männer eingesetzt wurden, bzw. wer von dieser Art moderner Sklaverei eigentlich profitiert hat.

http://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/PLAUEN/Plauen-Firma-steckt-16-Gastarbeiter-in-Abbruchhaus-artikel8315330.php

SGT

Per email erreichte uns durch einen ehemaligen Beschäftigten die Kunde, auch die Firma SGT in Oelsnitz sei – gelinde gesagt – kein besonders mitbestimmungsfreudiger Arbeitgeber. Wir nehmen weitere Hinweise gerne entgegen.

http://arbeitsunrecht.de/?p=1307#comment-1389

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ArbeitsUnrecht in der Provinz auch im Westen

Auch in der Zinkerei Hauenhorst in Rheine-Hauenhorst geht es anscheinend rund: Vor dem Landesarbeitsgericht Hamm sind Heinz-Jürgen Strotbaum (Geschäftsführer) und sein Anwalt Stefan Beck auch in zweiter Instanz mit der Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden nicht durchgekommen. Gratulation an den Anwalt der Arbeitnehmerseite: Timo Kielhorn. Und ein Danke für die offene und namentliche Berichterstattung an Eva Bolke von der Münsterländischen Volkszeitung.

http://www.mv-online.de/Region-Rheine/Rheine/Ein-Vergleich-ist-fuer-den-Betriebsratsvorsitzenden-kein-Thema-Verzinkerei-unterliegt-erneut-vor-Gericht

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Am 23.03.2013 demonstrierten gut 500 – 700 Legoland-Mitarbeiter für einen Tarifvertrag sowie die Rücknahme der Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden Nikolaus Lauter. Wir berichteten bereits in der 3. KW über diesen Fall. Gerichtstermin in der Sache Legoland gegen Lauter ist am 10.04.2013 in Neu-Ulm.

http://www.br.de/nachrichten/schwaben/legoland-kuendigung-betriebsrat-100.html

http://www.jungewelt.de/2013/03-25/023.php


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