11 Gründe nicht bei amazon zu bestellen

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Es gibt viel Gründe, auf die Dienste des größten Online-Händlers der Welt zu verzichten: Union Busting, Arbeitshetze, Überwachung am Arbeitsplatz, Kollaboration mit Geheimdiensten, Steuerflucht… Wir haben elf Gründe ausformuliert. Sicher gibt es noch mehr.

1 – Amazon-Beschäftigte streiken

Zeigen Sie Ihre Unterstützung für das Anliegen der Arbeiter_innen: Kollegen in Bad Hersfeld, Leipzig und anderen Standorten in Deutschland kämpfen für einen fairen Einzelhandelstarifvertrag und die Anerkennung von Gewerkschafts- und Mitbestimmungs-Rechten. Fallen Sie ihnen nicht in den Rücken!

2 – Amazon ist ein aggressiver Union Buster (Was ist das?). 

Amazon greift in Deutschland auf das Union-Busting Know-how der britisch-amerikanischen Großkanzlei Hogan Lovells zurück, um gelbe Anti-Gewerkschaftsinitiativen in der Belegschaft heran zu züchten und Anti-Organizing-Propaganda zu lancieren. Hogan Lovells ist auch für den Windrad-Hersteller Enercon gegen die IG Metall aktiv. (SZ vom 31.10.2014)

In den USA, wo amazon ca. 90.000 Leute beschäftigt, ist der Konzern gewerkschaftsfrei (businessweek vom 15. 01 2014). Zuletzt scheiterte im Januar 2014 der Versuch, der Gewerkschaft IAMAW*, eine kleine Gruppe von 27 Technikern eines Service-Centers in Delaware zu organisieren. Amazon setzte die Kanzlei Morgan, Lewis & Bockius als Union Buster ein, die es mit Zuckerbrot und Peitsche schaffte, die Stimmung vor der entscheidenden Wahl zu kippen.

Im Jahr 2000 konnte amazon den Versuch der CWA** abschmettern, 400 Angestellte eines Call-Centers in Seattle zu organisieren. Der Standort wurde kurzerhand geschlossen (time vom 16. 01. 2014).

* International Association of Machinists and Aerospace Workers | ** Communication Workers of America

3 – Amazon treibt digitale Überwachung von Mitarbeitern voran. 

Das geschieht, um die Beschäftigten zu “optimieren”. Auf gut Deutsch: Auspressen wie die Zitronen. Eine vielbeachtete Reportage in der New York Times vom 15. August 2015 bezeichnete die Arbeitsbedingungen bei amazon in den USA als großangelegtes “Experiment, wie weit man Angestellte unter Druck setzen kann, um seinen stetig wachsenden Ehrgeiz zu erfüllen”. (Siehe auch: Düsterer Blick ins Innere von Amazon – Franziska Schwarz, SZ vom 17. 08. 2015)

4 – Amazon USA: Gegenseitige Denunziation, wachsende Arbeitshetze.

Die Arbeitsplätze gelten als Durchlauferhitzer. Viele kündigen selbst, weil sie mit ihren Nerven am Ende sind, andere werden gefeuert. (NYT, 15. 08. 2015) So etwas ist ungesund für Individuen, Familien und – wenn es Schule macht – für die gesamte Gesellschaft. Solche Arbeitsverhältnisse etablieren sich auch deshalb, weil keine unabhängige Interessenvertretung der Beschäftigten über Gewerkschaften und Betriebsräte existiert.

5 – Amazon-Boss Jeff Bezos besitzt – laut Forbes-Liste 2015 – 34,8 Milliarden US-Dollar.

Dieser obszöne Reichtum ist Ausdruck einer völlig aus den Fugen geratenen Wirtschaftsordnung.

Wie sagte Big Bill Haywood: “Wenn einer einen Dollar bekommt, ohne dafür zu arbeiten, hat ein anderer für einen Dollar gearbeitet, ohne ihn zu bekommen.” (If one man has a dollar he didn’t work for, some other man worked for a dollar he didn’t get.)

6 – Die Firmenkultur von Amazon beinhaltet eine Art von Führerkult.

Die Firma ist vollkommen auf ihren Boss und Gründer zugeschnitten. Jeff Bezos gilt laut verschiedenen Berichten als kontrollsüchtig und gefällt sich zugleich als medialer Selbstdarsteller. Diese Form von Führerkult wirkt aufgeblasen, unglaubwürdig und peinlich; sie ist vom demokratischen Standpunkt aus abzulehnen.

7 – Jeff Bezos wurde 2014 von Gewerkschaftern zum schlimmsten Boss der Welt gewählt.

Die Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbunds ITUC, Sharan Burrow, sagte am 22. Mai 2014 in Berlin: “Jeff Bezos steht für die Unmenschlichkeit von Arbeitgebern, die das amerikanische Konzern-Modell vorantreiben. Die Botschaft an Big Business muss lauten: Haltet euch zurück! Hört auf Arbeiter zu misshandeln!”

8 – Amazon ist eine wachsende Daten- und Medien-Krake.

Der Konzern steht google und facebook in nichts nach. Längst ist amazon weit über das ehemalige Kerngeschäft – Versand von Büchern und CDs – hinaus gewachsen. Amazon betreibt in den USA einen Lieferservice für frische Lebensmittel, amazon ist ein TV- und Spielfilm-Produzent, amazon experimentiert mit Drohnen-Technologie. Liste der amazon-Investitionen seit 1999

Jeff Bezos gründete das Raumfahrtunternehmen Blue Origin und übernahm 2013 die renommierte Tageszeitung Washington Post – einst ein Flaggschiff des investigativen Journalismus.

9 – Amazon arbeitet für den CIA und ist ein Gegner digitaler Bürgerrechte.

Im Juni 2013 wurde bekannt, dass Amazon auch für den CIA arbeitet. Der Konzern bekam laut wired vom 18. 06. 2013 den Zuschlag, für 600 Mio. US-Dollar eine private Cloud der Central Intelligence Agency aufzubauen. Amazon sollte dabei nicht bloß als externer Dienstleister auftreten, sondern die Cloud innerhalb des CIA data centers aufbauen.

Bereits 2010 sorgte amazon für Schlagzeilen, weil der Konzern laut Guardian vom 2.12. 2010 auf Druck der US-Heimatschutzbehörde die Enthüllungsplattform wikileaks offline gesetzt hatte. Damals forderten manche konservative Politiker gar, wikileaks-Gründer Julian Assange als Spion hinzurichten.

10 – Amazon tötet den Einzelhandel. Der Konzern ist Vorreiter und Monopolist des Online-Handels.

Diese scheinbar grenzenlos wachsende Branche hat viele negative Auswirkungen:

a) Aufblähung des Paket- und Kuriersektors – ebenfalls eine Billiglohn-Branche mit gruseligen Arbeitsbedingungen.
b) Verstopfung von Stadtteilen und Innenstädten durch unsinnigen Paket-Verkehr.
c) Verödung der Stadtteile und Innenstädte. Immer mehr lokale Geschäfte gehen pleite, weil sie das Preisdumping der Online-Händler nicht überleben.
d) Was soll das für eine Welt sein, in der wir nicht mehr vor die Tür gehen und mit Nachbarn und Verkäufer_innen in Kontakt treten?

11 – Amazon zahlt kaum Steuern: kriminell anmutende Steuerflucht über Luxemburg.

JedeR Beschäftigte und jedeR Selbständige kann sich bei der Steuererklärung am Jahresende nur verarscht fühlen: Die EU-Kommission ermittelte laut attac-Bericht vom 8.10. 2014, ob es Regelungen zwischen amazon und der Finanzoase Luxemburg gäbe, wonach der Konzern nur 1% Steuern auf Gewinne in der EU bezahlen müsse. Damit wäre amazon noch dreister als Apple – die zahlen laut Presseberichten in der Steuer-Vermeidungs-Oase Irland nur 2%.

Man muss es sich klar machen: Amazon nutzt für sein Geschäftsmodell schamlos die Infrastruktur von Bund, Land und Kommunen – Transportwege wie Straßen und Datenverbindungen, aber auch die Ausbildung von Angestellten und soziale Netze wie (aufstockendes) Arbeitslosengeld und Sozialhilfe für seine Niedriglohnarbeiter, die am Ende ihres Berufslebens keine Rente erhalten werden.

Gleichzeitig zahlt amazon fast keine Steuern. Der Konzern hintergeht somit das Gemeinwesen. Dass dieser systemische Betrug durch staatliche Deregulierungen auch noch legal machbar ist, dass die EU mit Claude Junker zu allem Überfluss einen Präsidenten aus Luxemburg hat, macht das ganze Spiel nicht besser.

In Großbritannien führte diese Art der Steuervermeidung bereits zu Boykott-Aufrufen gegen amazon – durch eine Organisation, die bereits Starbucks in die Knie gezwungen hatte (The Guardian, 9.5.2015).

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5 commenti su “11 Gründe nicht bei amazon zu bestellen
  1. spacegolD sagt:

    Die Punkte sind schon ein wenig lächerlich oder? Zumal sie sich fast ausschließlich auf Amazon.com beziehen. Wo sind die Belege das in DE die gleichen Bedingungen herrschen? Das in den USA einiges zu verbessern ist (und damit mein ich nicht nur Amazon) ist doch glaube weitestgehend bekannt oder?

    Des weiteren ist der Punkt “…in der wir nicht mehr vor die Tür gehen und mit Nachbarn und Verkäufer_innen in Kontakt treten” an den Haaren herbei gezogen.

    Amazon hat mich bislang nicht abgehalten mit meinen Nachbarn Abends zu Grillen oder Ähnliches. Den Einzelhandel in meiner Stadt nutze ich auch, wenn er den die Ware hat, die ich benötige.

    • redaktion01 sagt:

      Amazon ist in den USA demnach böse und in Deutschland aber gut? Wird aber von einem autokratischen Herrscher aus Seattle geleitet… Hier will uns wohl jemand veräppeln.

      Dass die Subzentren der Städte längst verödet sind, dass man in Köln-Ehrenfeld keine vernünftige Jeans oder Schuhe mehr kaufen kann, liegt selbstverständlich auch am Online-Handel. Die Leute gehen in die Läden in der City, um sich den Kram anzugucken, und bestellen dann online, um Geld zu sparen.
      Wenn der Online-Handel, ordentliche Löhne zahlen würde, wenn er an der Finanzierung der kostenlos genutzten Infrastruktur (Transport- und Kommunikationswege, Arbeitslosenversicherung, Rente, Schulen) ordentlich beteiligt würde – man nennt diese Beteiligung auch Steuern -, dürfte sich die Preisschere zum Einzelhandel langsam schließen.

  2. Andreas Schmitt sagt:

    Ein mal vor 5 Jahren dort was bestellt,dann mitbekommen was dort abgeht und seitdem nie wieder!

  3. Jochen Böhme-Gingold sagt:

    Ich war Kunde bei amazon und habe auch Waren bestellt. -Jetzt nicht mehr-

    Dann habe ich die Sendungen reklamiert und in die mail geschrieben:

    “Liebe(r) amazon Mitarbeiter_in
    Zur Zeit kämpft ver.di bei amazon für die Einführung von Tarifverträgen.
    Das finde ich sehr gut.

    Sind sie auch schon ver.di Mitglied ? Würde mich freuen.

    Schöne Grüße…. ”

    Antworten habe ich aber keine bekommen.

  4. Schmidt-Wemhoff Wilhelm sagt:

    Ich bin bereits seit 3 Jahren im “Konsumentenstreik” gegenüber amazon.

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