1000 Streikenden gekündigt

Klinik-Konzern Helios schaltet auf Frontalangriff / Soli-Demo in Kiel

Wie das Neue Deutschland am 26. Juni 2012 berichtet, reagiert die Damp AG, die unlängst vom Gesundheitskonzern Helios geschluckt wurde, jetzt mit Vergeltungsmaßnahmen auf Streikaktivitäten von ver.di und NGG. Eine Massenkündigung durch den konzerneigenen Sub-Unternehmer ZSG soll die ArbeiterInnen offenbar demoralisieren. Die Gewerkschaften rufen zu einer Soli-Demo am 30. Juni 2012, 12 Uhr, Kiel vor dem Gewerkschaftshaus, Legienstraße auf (Aufruf als pdf). Das ND schreibt über den Konflikt:

Mitte Juni hatte sich eine große Mehrheit der rund 5600 Beschäftigten des Klinikkonzern Helios in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern in der Urabstimmung für den unbefristeten Streik entschieden. Dem Aufruf zum Arbeitskampf durch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di folgten Kündigungen von rund 1000 Beschäftigten der ehemaligen Damp-Gruppe, die im März dieses Jahres von Helios übernommen wurde.

Die Kündigungen dienen laut den Gewerkschaften auch der Einschüchterung der Beschäftigten. Helios will sie nach der Übernahme der Damp-Gruppe in den konzerneigenen Tarifvertrag eingliedern. Das würde jedoch für einige Beschäftigte Verschlechterungen bedeuten. Die ZSG-Beschäftigten haben dagegen gar keinen Tarifvertrag, und es dürfte nach dem Willen des Konzerns auch so bleiben. […]

In der parallel laufenden Tarifrunde für die insgesamt 5600 Beschäftigten in Schleswig, Hamburg, Kiel, Stralsund, Ahrenshoop und Damp fordert ver.di 7,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro sowie eine Arbeitsplatzgarantie für die Servicekräfte.

Ver.di reagierte in einer Presseerklärung vom 22. Juni 2012 mit folgenden Kommentaren:


Es gibt nichts Gutes. Außer Du tust es: >> Jetzt Fördermitglied werden!


Dieses Vorgehen ist erkennbar rechtswidrig„, sagte Ellen Paschke, zuständiges Bundesvorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Die Kündigungen seien ohne Beteiligung des Betriebsrats ausgesprochen worden, außerdem gebe es keine Handhabe für eine fristlose Kündigung. „Die Kündigungen zielen ausschließlich darauf, von den Beschäftigten einen Streikverzicht zu erpressen„, unterstrich Paschke.

Hintergrund des Konfliktes sind offenbar Konzentrationsprozesse in der Gesundheitsindustrie.

ZSA ist ein konzerneigener Subunternehmer der DAMP AG, die von Helios aufgekauft wurde, die zum börsennotierten Fresius-Konzern gehört. Helios plant offenbar – laut ver.di  – die Rhön-Kliniken aufzukaufen. Ver.di schreibt weiter:

„Der Vorgang ist vor allem deshalb besonders bemerkenswert, weil der Damp-Eigentümer Helios mit der geplanten Übernahme der Klinikkette Rhön zum größten deutschen Klinikkonzern aufsteigen will. Angesichts dieses verfassungswidrig und rechtsstaatlich bedenklichen Verhaltens sind die Aufsichtsbehörden in der Pflicht, die geplante Fusion kritisch zu überprüfen“, forderte Paschke.

[Hervorhebung: arbeitsunrecht.de]

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