Schreiner+Partner: Union Buster gehen in Untergrund

Nach Protesten in zahlreichen Städten finden Terror-Seminare gegen Betriebsräte und Beschäftigte an geheimen Orten statt

Die Schreiner Partner Tore Raulfs und Britta Heilfs scheinen sich prächtig zu amüsieren. (Bild: Screenshot, www.rae-schreiner.de vom 11.2.2105, Ausschnitt.)

Die Schreiner-Partner Tore Raulfs und Britta Heilf scheinen sich prächtig zu amüsieren. Ihr schmutziges Handwerk hat goldenen Boden. (Bild: Screenshot, www.rae-schreiner.de vom 11.2.2105, Ausschnitt)

Am 14. Januar 2015 organisierte ein „Bündnis aktiv störender GewerkschafterInnen“ Proteste gegen ein Union Busting-Seminar (Was ist das?) der Kanzlei Schreiner + Partner im Hotel Arvena Park in Nürnberg (siehe Bericht). Auch Gruppen aus Frankfurt a.M. kündigten für das Frühjahr 2015 Proteste gegen Seminare in Eschborn an.

Inzwischen haben Schreiner + Partner auf die beginnende Protest-Welle reagiert. Die konkreten Orte ihrer Schulungen sind von der Kanzlei-Website verschwunden; sie werden nur nach verbindlicher Anmeldung (895,- Euro zzgl. MwSt. für 6,5 Std.) bekannt gegeben. Im vergangenen Jahr renovierte man bereits die Firmen-Website, um sich ein freundlicheres Gesicht zu geben (wir berichteten).
Offenbar ist es durch Aufklärungsarbeit und Aktionen in zahlreichen Städten gelungen, die Unrechtsanwälte ein wenig in die Defensive zu drängen. Das ist eine positive Entwicklung, denn das offene und ungenierte Auftreten der Kanzlei trug dazu bei, Rechtsnihilismus und grassierendes Unrechtsbewusstsein auf Seiten von Personalverantwortlichen und Unternehmern zu befördern.

Hilfestellung und Anleitung zu Grausamkeiten

Jetzt müssen die Schreiner-Anwälte ihre antidemokratischen und sozialdarwinistisch angehauchten Veranstaltungen (Kampf gegen Betriebsräte und sog. Minderleister) ähnlich konspirativ planen wie rechtsradikale Parteien. Das dürfte manche Personal-Manager und Vorgesetzte abschrecken. Doch besteht kein Anlass zur Entwarnung: Weder wurden die Inhalte der Seminare entschärft, noch ihre geplante Anzahl herunter gefahren.

Ausschnitt aus dem Schreiner+Partner-Seminarprogramm 2015 (Quelle: screenshot schreiner-praxisseminare.de vom 11.2.2015, Auschnitt).

Ausschnitt aus dem Schreiner+Partner-Seminarprogramm 2015 (Quelle: screenshot schreiner-praxisseminare.de vom 11.2.2015, Auschnitt).

Ein kurzer Blick auf den Seminarplan der Seite schreiner-praxisseminare.de zeigt weiterhin dreiste Schulungen mit Titeln wie „In Zukunft ohne Betriebsrat“ oder Die „Kündigung ’störender‘ Arbeitnehmer – So gestalten Sie kreativ Kündigungsgründe“ (Übersicht hier als pdf). Solche Formulierungen nähren den Verdacht, dass die Partner Dirk Schreiner, Britta Heilf und Tore Raulfs und ihre Angestellten zu Straftaten anleiten bzw. Hilfestellung leisten und regelmäßig gegen Standesverpflichtungen der Bundesrechtsanwaltkammer verstoßen.

Germany’s Top Union Buster

Bereits im Jahr 2014 hatte es Proteste gegen Seminare der aggressiven Unternehmer-Anwälte Schreiner + Partner in Stuttgart, München, Hannover, Berlin gegeben. Die Kanzlei war durch eine viel beachtete Studie der Otto-Brenner-Stiftung (AH 77) und das Buch „Die Fertigmacher“ von Werner Rügemer und Elmar Wigand zunehmend in den Focus gerückt.

Die berüchtigte Kanzlei kann als deutscher Marktführer in Sachen Betriebsratsbekämpfung und Drangsalierung selbstbewusster Beschäftigter gelten. Sie schafft es immerhin ein Team aus 15 Juristen zu ernähren und unterhält neben ihrem Stammsitz im sauerländischen Attendorn Büros in Dresden, Hamburg, Köln, München und Karlsruhe. Das lässt auf einen breiten Mandantenstamm und intensive Beratertätigkeit in ganz Deutschland schließen.

Neben den oben genannten Partnern arbeiten für die Kanzlei Schreiner die Anwälte Steffen Meyke, Cladia Kröger, Markus Vogt, Tobias Richter, Mirja Ammermann, Eva Albrecht, Markus Weron, Carla Aggstaller, Marco Heilmann, Benedict Himpsl, Frauke Klostermeyer, Thomas Asch.


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