Schwarzer Freitag: Über 20 Aktionen vor KiK-Filialen

2
420

In ganz Deutschland Proteste gegen Union Busting im KiK-Zentrallager Bönen | Oberhausener mobilisieren gegen Vortrag von Jan Tibor Lelley

KiK shop from inside, 2014.jpgDas Kölner Büro der aktion./.arbeitsunrecht e.V.  rechnet für Freitag, den 13. November mit Protestaktionen vor KiK-Filialen in bis zu 30 deutschen Städten. Am Dienstagmorgen, dem 10. November 2015 stehen bereits 20 Orte fest (Übersicht der Aktionsorte nach PLZ), weitere sind in der Planung. Zudem können alle Internet-Nutzer Aktionsflugblätter und -plakate hier selbst herunter laden und verteilen, was erfahrungsgemäß auch spontan und ohne Rückkopplung genutzt wird.

Den Auftakt zur November-Ausgabe der Kampagne „Jetzt schlägt’s 13!“ macht der Oberhausener Aktionskreis gegen Unternehmerwillkür (AKUWILL) bereits am Vorabend. AKUWILL meldete für Donnerstag, 12.11.2015 eine Protestkundgebung gegen einen Vortrag von Jan Tibor Lelley (Kanzlei Buse Heberer Fromm) im Sheraton-Hotel Essen-Stadtmitte an (genaue Angaben siehe unten).

Der gut vernetzte Union Buster (Was ist das?) machte Ende 2011 durch die brutale Zerschlagung von Betriebsräten beim Steak-Brater Maredo in Frankfurt und Osnabrück auf sich aufmerksam. Werner Rügemer und Elmar Wigand widmeten Lelley und seinen Methoden einigen Raum in ihrer Studie „Union Busting in Deutschland“ (Arbeitsheft 77 der Otto-Brenner Stiftung, hier als pdf).

Warum KiK?

Doch zurück zum Hauptgegner des Aktionstags Schwarzer Freitag: Der Textil-Discounter KiK, der zum Imperium des Milliardärs Karl-Erivan Haub (Tengelmann) gehört, ging als klarer Sieger aus einer Online-Abstimmung hervor. Zur Auswahl standen ferner die Meyer-Werft in Papenburg und der Duftmittelhersteller Firmenich am Standort Kerpen (hier eine Kurzvorstellung der Kandidaten). KiK setzte sich aus folgenden Gründen durch:

  • Im KiK-Zentrallager Bönen bei Hamm hagelte es 14 Abmahnungen und mehrere Kündigungsversuche gegen ein Betriebsratsmitglied, darunter den Versuch einer fristlosen Kündigung aufgrund eines Interviews mit der Zeitung Betrieb & Gewerkschaft (Die Linke).
  • Es handelt sich nach Auffassung der aktion./.arbeitsunrecht um Zermürbungsversuche gegen einen aktiven Gewerkschafter. Das Motiv: Vergeltung und Maßregelung. Die Belegschaft hatte zuvor mit ver.di mehrere Wochen gestreikt.
  • Der berüchtigte Fertigmacher Dirk Schreiner (Kanzlei Schreiner + Partner) vertritt KiK seit Jahren vor Gericht und berät das Unternehmen gegen Organisierungsbemühungen und Arbeitskampfmaßnahmen von ver.di.

Schwarzer Freitag? Jetzt schägt’s 13!

Die aktion./.arbeitsunrecht e.V. will den Freitag, den 13. als regelmäßigen Aktionstag gegen Horror-Jobs und UnRechts-Anwälte verankern. Der erste Aktionstag fand am 13. März 2015 statt. Damals protestierten Menschen in über 15 deutschen Städten vor Supermärkten gegen LIDL und die Marke MILRAM. Es ging um Union Busting beim Hamburger Plastik-Schalen-Hersteller Neupack (Siehe Bericht).

Die Kampagne „Jetzt schlägt’s 13“ verbindet auf humorvolle Weise Anleihen aus dem Volksaberglauben, Halloween und alten Horror-Filmen, um Unternehmer unter Druck zu setzten. Ziel ist es, ein Umdenken für Arbeits- und Mitbestimmungsrechte in der deutschen Arbeitswelt zu förden. Die Kampagne „Jetzt schlägts 13!“ wird von der Bewegungsstiftung gefördert (siehe Pressmitteilung).

Für Nachfragen, Interviews und Pressegespräche steht das Kölner Büro der aktion./.arbeitsunrecht unter folgendem Konktat zur Verfügung: 0221. 99768 522 | buero@arbeitsunrecht.de

Die Kampagnenseite: https://arbeitsunrecht.de/freitag13

+ + + +

Wir dokumentieren eine Ankündigung der Gruppe AKUWILL:

Protestkundgebung gegen  Seminar von Unrechtsanwalt Jan Tibor Lelley

Donnerstag, 12. November 2015 um 17:00
Huyssenallee, Höhe Sheraton
Essen-Stadtmitte (Hinterausgang HBF)

Lelley ist einer der UnRechtsanwälte, denen der Protest am Freitag, dem 13., dem bundesweiten Aktionstag gegen Horrorjobs und furchtbare Juristen, gilt.
Am Donnerstag, 12. November spricht er im Sheraton Hotel in Essen vor Unternehmer-Vertretern zum Thema „Arbeitnehmerdatenschutz“.

Ein Blick in das Veranstaltungsprogramm zeigt, was Herr Lelley unter „Arbeitnehmerdatenschutz“ versteht. Der Titel seines Vortrags sollte danach besser lauten:
„Wie kann ich meine Beschäftigten möglichst umfassend überwachen, ohne zu offensichtlich mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten? Und was muss ich beim Beweissammeln gegen unliebsame Beschäftigte beachten, damit später die Beweise von den Gerichten nicht als illegal beschafft abgelehnt werden?“

Lelley hat 2011 bundesweit einschlägige Bekanntheit erlangt durch die Zerschlagung einer gewerkschaftlich organisierten Filiale von Maredo in Frankfurt am Main. Mindestens seit 2005 betrieb er da schon im Auftrag der Geschäftsleitung Kündigungsverfahren gegen KollegInnen, die auf der Abschussliste standen, gegen die aber kein rechtmäßiger Kündigungsgrund vorlag.

Der Aktionskreis gegen Unternehmerwillkür (AKUWILL) ruft zu einer Protestkundgebung gegen diese Veranstaltung auf. Wir wollen öffentlich machen, dass Jan Tibor Lelley kein Rechtsanwalt im herkömmlichen Sinne ist, sondern Glied eines Netzwerks von Kanzleien, PR-Agenturen, Denkfabriken und Lobbyorganisationen, das systematisch Union Busting betreibt:  Mobbing gegen aktive Betriebsräte, Verhinderung von Betriebsratsgründungen und Drangsalierung von gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten.

Organisierte Gewerkschaftsbekämpfung erfordert organisierte Gegenwehr.

Mobbing-Anwälten das Handwerk legen!
Gewerkschaftsfeindliche Seminare verhindern!

Wir freuen uns über Eure Unterstützung!

Aktionskreis gegen Unternehmerwillkür

Postfach 10 01 25
46001 Oberhausen
Email: info(at)akuwill.de


Wo Sie schonmal hier sind...

... hätten wir ein ernstes Thema zu besprechen.
Dieser Beitrag hat Zeit und Geld gekostet: Recherche, Schreiben, Redaktion. Der Verein aktion ./. arbeitsunrecht e.V. stellt den Inhalt kostenfrei und ohne Werbung zur Verfügung.
Dafür bitten wir Sie um Unterstützung. Bitte helfen Sie uns mit einer Spende!

2 KOMMENTARE

  1. Ich habe heute die KiK- Filiale in Kempten besucht und dort mit der Beschäftigten über den Aktionstag gesprochen. Ich habe Ihr die Internetseite von „arbeitsunrecht“ zum Aktionstag gezeigt und mit ihr über den Betriebsrat gesprochen. Ein Foto vor der Filiale habe ich auch gemacht. Das schicke ich an die Aktionsseite.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here