#Freitag13: Tönnies – Rassismus als Geschäftsmodell?

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Wer sich über rassistische Äußerungen des Schweine-Barons empört, darf über Werkverträge nicht schweigen: Tönnies Milliarden basieren auf Ausbeutung von Wanderarbeitern.

Wir dokumentieren eine Pressemitteilung der Partei Die Linke, Kreisverband Gütersloh vom 13. August 2019. Hier als pdf:

Mit seinen rassistischen Äußerungen vor der Kreishandwerkerschaft Paderborn hat Clemens Tönnies ein gewaltiges Echo in den Medien ausgelöst. (1)

Die Verteidiger und Verharmloser der Aussagen entpuppen sich schnell als von Tönnies abhängig oder outen sich selbst als Rassisten, deren Afrikabild dem der Kaiserzeit entspricht. Die Frage ist nicht, ob Clemens Tönnies sich rassistisch geäußert hat, sondern inwieweit sein Geschäftsmodell auf Rassismus beruht.

Dazu Uschi Kappeler, Sprecherin des Kreisverbandes DIE LINKE Gütersloh:

„Ein Erfolgsrezept des Tönnies-Konzerns ist die intensive Nutzung von Werkverträgen. So haben im Werk in Rheda nur rund 500 Beschäftigte reguläre Arbeitsverhältnisse während etwa 3.500 Arbeiterinnen und Arbeiter prekär beschäftigt sind. Letztere kommen zum überwiegenden Teil aus Rumänien, Bulgarien, Polen und anderen Ländern Südost- und Osteuropas.

Ihre Arbeitsbedingungen sind in der Regel schlecht, ihre Wohn- und Lebensverhältnisse sind häufig katastrophal. Wenn Menschen Ausgrenzung, Benachteiligung oder Herabsetzung in gesellschaftlich relevanten Einrichtungen erfahren, sprechen wir von institutionellem Rassismus. Das scheint hier der Fall zu sein.“

Michael Pusch, Sprecher des Kreisverbandes, ruft zur Teilnahme am Aktionstag am 13. September auf:

„Die aktion gegen arbeitsunrecht und das Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung organisieren unter dem Motto ‚Freitag, der 13. – Das System Tönnies stoppen!‘ bundesweite Aktionen. Wir wenden uns gegen Rassismus, gegen die skrupellose Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter, gegen die millionenfachen Qualen der Tiere und gegen die Zerstörung der Natur.

Schon allein der Beitrag der industriellen Fleischproduktion zur Klimakatastrophe reicht aus, um die Branche generell in Frage zu stellen. Unsere Forderung ist klar: Mensch und Natur vor Profite.

Die zentrale Kundgebung des Aktionstages findet in Rheda-Wiedenbrück statt. Auftakt ist um 15 Uhr am Bahnhof Rheda-Wiedenbrück.


Uschi Kappeler, Michael Pusch, Camila Cirlini, Ludger Klein-Ridder, Aleksandar Mitrović, Emanuel Zurbrüggen. | Vorstand DIE LINKE. Kreis Gütersloh | http://www.dielinke-guetersloh.de | 05423-4740952, info(a)die-linke-guetersloh.de


Das Weltbild des Clemens Tönnies stammt aus dem 19. Jahrhundert. Missionar in Schule im deutschen Togo, heute Ghana.
Hütte ohne Licht = viele Kinder. Das Weltbild des Clemens Tönnies stammt aus dem 19. Jahrhundert. Das Foto zeigt den Missionar Andreas Pfisterer 1899 im heutigen Ghana, damals deutsche Kolonie Togo. Besonders glücklich wirken die Schüler*innen des weißen Mannes nicht… (Wikicommons)

Fußnoten

(1) Tönnies schlug vor, statt den Klimawandel mit höheren Steuern zu bremsen – die etwa Tönnies‘ ökologisch verheerende Produktionsweise bestrafen müssten -, solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“ Quelle: Hans-Hermann Igges: Clemens Tönnies sorgt beim Tag des Handwerks für Kopfschütteln, Neue Westfälische, 1.8.2019, https://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/paderborn/22523960_Clemens-Toennies-sorgt-beim-Tag-des-Handwerks-fuer-Kopfschuetteln.html

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