Colosseum: Unser Kino, unser Kiez – Erb*innen an den Verhandlungstisch!

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Demo-Aufruf: Kino-Erb*innen zahlen seit Monaten kein Gehalt

Das Insolvenzverfahren für das Kino Colosseum ist nun offiziell eröffnet. Der Insolvenzverwalter scheint nur ein Ziel zu haben: Das Kino möglichst schnell platt machen!

Solidarische Berliner*innen, Kino-Retter und Superheld*innen rufen zur Demo auf:

  • Datum: Donnerstag, 13.08.2020, 19.00 Uhr
  • Treffpunkt: Kino Colosseum, Schönhauer Allee 123/ Ecke Gleimstaße, Berlin-Pankow

Die Kino-Mitarbeiter*innen kämpfen dennoch weiter gegen den Umbau zum Bürokomplex und für die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze. Bereits am 29.07.2020 hat der Betriebsrat deshalb die Erben über ihre Anwälte zu einer offenen Aussprache zur Zukunft des Colosseums eingeladen. Der Betriebsrat will möglichst noch im August einen konstruktiven Verhandlungsweg beschreiten. Doch statt mit den Mitarbeiter*innen zu reden, ducken sich die Erben sich bislang hinter ihren Anwälten weg. Sie spielen auf Zeit.

Eigentum verpflichtet

Der Betriebsratsanwalt Martin Bechert (Bechert Rechtsanwälte, Berlin) weist auf die Verantwortung der Erben hin. Man müsse die Erben, also Heinrich Brauner, Fela Brauner-Rozen, Sammy Brauner, Alice Brauner-Zechbauer, Laura Rosen und Rachel Rosen, an ihre ganz persönliche aus dem Eigentum herrührende Verpflichtung erinnern. Eigentum verpflichte. Man müsse sich klarmachen, dass es bei der Erbschaft des Artur Brauner neben dem Andenken an eine deutsche Filmlegende, auch um mehrere hundert Millionen Euro gehe, so der Anwalt des Betriebsrats. 2018 hatte das Finanzamt Berlin-Wilmerdorf im Zusammenhang mit dem umfangreichen Immobilienbesitz der Familie eine Forderung von 73 Millionen an Artur Brauner gestellt. (BZ 04.04.2018, aktualisiert 10.07.2019).  2001 gehörte Artur Brauner mit einem geschätzten Vermögen von 1,5 Milliarden zu den reichsten Deutschen (Spiegel 15.06.2001).

Aufruf zur Solidarität

Mit einer Demonstration für den Erhalt des Kinos am 13.08.2020 ab 18:30 Uhr (Treffpunkt vor dem Kino Schönhauer Allee 123/ Ecke Gleimstaße in Berlin Pankow) wollen sich die Mitarbeiter*innen Gehör verschaffen, damit endlich offene Gespräche mit denjenigen geführt werden können, denen das Kino gehört. Den Erben.

Die Mitarbeiter*innen finden, dass es Ihnen zusteht, einbezogen zu werden. Einige arbeiten seit mehr als zwanzig Jahren im Colosseum. Manche Colosseum-Beschäftigte sind alleinerziehend.

Dennoch bekommen sie seit Monaten – trotz bestehender Arbeitsverträge – kein Gehalt mehr. Viele leben derzeit von Grundsicherung. Das Kino ist Kulturerbe Pankows. Deshalb müsse auch der Bezirk mit einbezogen werden. Sören Benn, der Bezirksbürgermeister hatte die Teilnahme an solchen Gesprächen bereits zugesagt. Alles was noch fehlt ist eine Zusage der Erben.

Mehr Infos hier:

Colosseum: Unser Kino, unser Kiez – Erben an den Verhandlungstisch! 12.08.2020 

Alle sind interesessiert, das Kino zu retten junge welt 14.07.2020

Kann das Personal das Berliner Traditionskino noch retten? Tagesspiegel 10.07.2020

Filmreife Resonanz junge welt 07.07.2020

Colosseum Berlin: Große Demo gegen Kino-Schließung 03.07.2020

Demonstration für das Colosseum TAZ 03.07.2020

Demoaufruf gegen Schließung des Colosseum verdi 29.06.2020

Kultkino Colosseum: Belegschaft will Erhalt als Genossenschaft

#RettetdasColosseum


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