Hama: Aktion gegen Union Busting. Markus muss bleiben!

Betriebsratsmitglied bei Zubehör-Produzent weiter unter Beschuss. Protest in Monheim

Hama Monheim Markus B. Union BustingAm 23.06.2018 informierte die  Initiative Solidarischer ArbeiterInnen (ISA) zusammen mit der Freien Arbeiter Union Nürnberg Bürger in Monheim (Schwaben) über schmutzige Methoden des Hama-Managements gegen den Betriebsrat.(1)

Die Hama-Geschäftsführung unter CEO Christoph Thomas geht seit 2017 mit konstruierten Abmahnungen, Kündigungen und Lohnkürzungen gegen das Betriebsratsmitglied Markus B. vor.

Hama vertreibt Elektronik- und Foto-Zubehör. Das Unternehmen ist mit ca. 1.500 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber des Landkreises Donau-Ries.

Markus B. ist seit über 10 Jahren bei der Hama GmbH & Co KG  beschäftigt; seit mittlerweile acht Jahren engagiert er sich im Betriebsrat. Bei der Betriebsratswahl 2018 errang seine Liste 30% der Stimmen, obwohl Markus gegen seinen Willen freigestellt wurde, um ihn von der Belegschaft zu isolieren. (2)

Desaströse Strategie: Union Busting durch Kanzlei Beck

Die Hama-Geschäftsführung soll auch Kolleg*innen aus dem Wahlvorstand mit Abmahnungen schikaniert haben. Rechtsanwalt Christian Beck (Kanzlei Beck, Nürnberg) setzt die juristischen Nachstellungen und Zermürbungsmethoden in Kraft.

Die aktion./.arbeitsunrecht weist die Geschsäftsführung auf drohende Schäden für das Unternehmen hin. Dazu gehören: Spaltung der Belegschaft, Sinken der Identifikation mit dem Unternehmen, Beeinträchtigung der Produktivität, Schwierigkeiten Fachpersonal zu finden, Rufschädigung und Absinken des Markenwerts.

Hama liefert auch für die Einzelhandelskette Real (Metro AG), so dass die skandalösen Vorgänge bei Hama in Monheim am Schwarzen Freitag, 13. Juli bundesweit zur Sprache kommen könnten.

Pressemitteilung

Wir dokumentieren eine Pressemitteilung der Initiative Solidarischer ArbeiterInnen (ISA) vom 24.06.2018 zu einer Protest-Aktion gegen die fortgesetzten Angriffe des Hama-Managements auf das Betriebsratsmitglied Martin B.:

Ein Dutzend AktivistInnen der ISA mit Unterstützung durch Mitglieder der Gewerkschaft Freie Arbeiterunion (FAU) und Einzelpersonen veranstalteten am 23.06. zwischen 13 Uhr und 15 Uhr 30 eine Kundgebung auf dem Marktplatz in Monheim bei Donauwörth. Transparente forderten: „Stoppt Union Busting bei Hama“ und „Markus B. muss bleiben„. In Reden und Einzelgeprächen mit PassantInnen wurde auf die Vorgänge bei dem Hersteller und Distributor von Digitaltechnik aufmerksam gemacht.

Der engagierte Betriebsrat Markus B. wird seit einiger Zeit mit substanzlosen Abmahnungen und Kündigungen überzogen. Dieses Vorgehen trägt eindeutig den Stempel des Union Bustings, offenbar in der Absicht den Arbeitnehmervertreter bei den KollegInnen zu diskreditieren und mürbe zu machen.

Aus den diesjährigen Betriebsratswahlen ging die Liste von Markus B. mit 30% als stärkste Kraft hervor. Dies war ein eindeutiges Signal der KollegeInnen. Markus B. ist seit 2007 bei Hama beschäftigt, seit 8 Jahren als Ersatzmitglied im Betriebsrat und seit fast 4 Jahren in der Behindertenvertretung aktiv. Offenbar ist er der aktuellen Geschäftsleitung durch seine kollegiale Art und Arbeitsweise, aber auch durch sein Rechtswissen ein Dorn im Auge.

Denn bereits seit 2017 wurde er durch Schikanen in seiner Arbeit eingeschränkt und mit Abmahnungen bombardiert. Schließlich erfolgte eine Kündigung, in der ihm vorgeworfen wird, er habe sich illegal Informationen beschafft. Im Januar wurde er schließlich von der Arbeit freigestellt, um ihn von der Belegschaft zu isolieren und erhält keinen Lohn mehr. Markus B. ist zu 60 Prozent behindert, hat drei Kinder, seine Frau erwartet im Juli ein weiteres. Die Belastung für die Familie durch die Unsicherheit und den Druck steigt täglich.

Eine bundesweite Solidaritätskampagne machte im Mai auf den empörenden Fall von Union Busting bei Hama aufmerksam. Unter anderem startete die Kölner Initiative gegen Arbeitsunrecht in Deutschland „arbeitsunrecht.de“ eine Online-Protestkampagne, die Gewerkschaft FAU – deren Sekretär Markus B. ist – beteiligte sich ebenfalls.


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Die öffentliche Aufmerksamkeit und Solidarität nahm die Firmenleitung zum Anlass für die nächste Kündigung. Und auch die dritte Kündigung ist bereits ausgesprochen. Man wirft dem engagierten Gewerkschafter einen Genesungsaufenthalt vor, den er außerhalb des Hauses verbrachte, während einer Krankzeit in der Zeit seiner Freistellung.

Bisher verweigerte der Betriebsrat die Kündigung von Markus konsequent. Hama versucht nun die Kündigung vor dem Arbeitsgericht durchzusetzen. Momentan bezieht Markus B. eine sogenannte Gleichwohlgewährung über die Arbeitsagentur, die dem ALG I entspricht, um die schlimmsten Folgen des Entgeltentzugs zu lindern. Den ausstehenden Lohn bis April hat Markus B. vor dem Arbeitsgericht Anfang Juni erstritten.


Fußnoten

(1) Auf Behinderung der Betriebsratsarbeit steht nach §119 Betriebsverfassungsgesetz bis zu einem Jahr Gefängnis.

(2) Wir berichteten: Union Busting bei Hama? und  Hama: Hände weg vom Betriebsrat)

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