Schwarzer Freitag für Deliveroo

UPDATE: Pressemitteilung, 12. April 2018

Kundgebungen und Fahrrad-Demonstrationen in 9 deutschen Städten geplant. Und in Amsterdam! Auch Nordsee GmbH im Fokus

Am Freitag, den 13. April 2018 führen Bürgerrechtler, Gewerkschafter, und Betriebsräte Protest-Aktion gegen den britischen Lieferdienst Deliveroo durch. Das Motto lautet „Deliveroo, shame on you!“ (Schäm‘ Dich, Deliveroo!).

UPDATE: News finden sich auf facebook und twitter unter #Fr13Deliveroo

UPDATE: Soeben erreicht uns die Meldung, dass die niederländische Riders Union (Mitglied des Niederländischen Gewerkschaftsbunds FNV) sich an den Protesten beteiligt. Um 14:00 wird ein Protest am Museumsplein in Amsterdam stattfinden. Auch in Holland kämpfen die Fahrer_innen seit 2017 gegen die Umwandlung von regulären Arbeitsstellen in ein scheinselbständiges Freelancer-Dasein (ZZP-Modell): https://www.ridersunion.nl/eng/zzp-no-way
Angekündigt sind außerdem Fahrrad-Demonstrationen in Berlin und Köln, sowie Proteste in München, Hamburg, Frankfurt, Nürnberg und anderen Städten. Hinzu kommen Aktionen gegen den Deliveroo-Vertragspartner Nordsee GmbH. Eine genaue Übersicht finden Sie hier: https://arbeitsunrecht.de/fr13


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Die Proteste am Freitag, den 13. sollen den Lieferdienst dazu zwingen, seine Fahrer in Zukunft fest anzustellen und ihnen einen gesetzlich vorgeschriebenen Stundenlohn, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kranken- und Sozialversicherung zu gewähren.

Dabei appellieren die Organisatoren an Kunden und Restaurant-Betreiber, ihre Geschäftsbeziehung zu Deliveroo kritisch zu überprüfen.

Deliveroo-Fahrer sollen ermutigt werden, sich zu organisieren.

Die Kampagne Schwarzer Freitag, der 13. gegen Union Busting und Ausbeutung wird koordiniert vom Kölner Büro der aktion ./. arbeitsunrecht e.V. Verantwortlich für Aktionen vor Ort sind die Gewerkschaften FAU, NGG, das Fahrer-Netzwerk Liefern am Limit, attac, sowie lokale Einzelpersonen, Initiativen und Zusammenschlüsse wie die Initiative Solidarischer Arbeiter_innen (ISA) aus Nürnberg.

Brief an 1.547 Deliveroo-Restaurants verschickt

UPDATE: Die aktion ./. arbeitsunrecht hat in dieser Woche 1.547 der 2.031 Deliveroo-Vertragsrestaurants in Deutschland angeschrieben und ihnen einen Verzicht auf den umstrittenen Lieferdienst nahe gelegt. Die Aktion wurde durch spontane Spenden aus dem gesamten Bundesgebiet ermöglicht.  Wir danken für diese Unterstützung! (Der Brief als .pdf)

UPDATE: Derweil gibt die Konflikt-Bewältigungsstrategie von Deliveroo Rätsel auf. Das Unternehmen und sein Deutschland-Geschäftsführer Felix Chrobog tauchen gegenüber der Presse vollständig ab. Stattdessen hat man offenbar die PR-Agentur HotDot Communications GmbH beauftragt. Das Deliveroo-Büro in Hamburg soll nach Berichten von Fahrer_innen aufgelöst worden sein.

Zweiter Schwerpunkt: Nordsee GmbH

Die Fisch-Restaurantkette Nordsee GmbH wird am Freitag, den 13. Proteste auf sich ziehen, weil sie die Betriebsratswahlen 2018 mit perfiden Tricks sabotiert hat und Lohn-Dumping nach McDonald’s-Manier betreibt. Nordsee ist ein Vertragspartner von Deliveroo. Der Besitzer der Kette – Theobald Müller (Müller Milch) steht als Steuerflüchtling und Förderer des AfD-Think-Tanks „Friedrich A von Hayek Gesellschaft“ in der Kritik. (mehr dazu)

Hintergrund: Scheinselbständigkeit, Betrug an Sozialkassen

Deliveroo setzt verstärkt auf Scheinselbständigkeit – auch um den ersten deutschen Betriebsrat in Köln zu zerschlagen, der sich am 16. Februar 2018 gegründet hat, und Nachahmungen im Bundesgebiet unmöglich zu machen. Denn Freelancer sollen weder einen Betriebsrat gründen dürfen noch streiken können.

Die Kurier-Fahrer werden als schein-selbständige Ich-Unternehmer nach erfolgreicher Fahrt mit 5,50 € bezahlt. Sie sollen alle Kosten und Risiken selbst tragen. Da Berufshaftpflicht und private Krankenversicherung bereits rund 370,- Euro im Monat kosten, fahren viele Deliveroo-Fahrer unversichert durch die Straßen.

Da Deliveroo keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zahlt, fahren manche trotz Krankheit. Auch das kann zur immer schnelleren Verbreitung von Grippe-Viren in Deutschland beitragen.

Was ist Freitag, der 13? Wer steckt dahinter?

Der Aktionstag Schwarzer Freitag, der 13. gegen Union Busting und Ausbeutung findet am 13. April 2018 zum sechsten Mal statt (Was bisher geschah). Am Freitag, 13. Oktober 2017 stand der Modekonzern H&M im Brennpunkt. Der Aktienkurs des Textil-Konzerns stürzte nach Aktionen in 20 deutschen Städten und großer Medienresonanz weltweit ab. (Mehr dazu: H&M schmiert ab, arbeitsunrecht.de, 6.2.2018)

Die aktion ./. arbeitsunrecht ist eine Bürgerrechtsorganisation, die Demokratie in Wirtschaft & Betrieb fördert und Arbeitsrechte als Menschenrechte einfordert. Sie unterstützt Beschäftigte, Betriebsräte und Gewerkschaften in Deutschland gegen Union Busting (Was ist das?) und Ausbeutung.

Der gemeinnützige Verein lebt von Spenden und Fördermitgliedschaften. Er ist unabhängig von Gewerkschaften, Parteien und staatlicher Finanzierung.

Die aktion ./. arbeitsunrecht ist Trägerin des taz.panter Preis der Jury 2017.


Weitere Informationen

  • UPDATE: Rede von Dr. Werner Rügemer: „Deliveroo: Das ist Stücklohn-Knechtschaft!“ .pdf | Die Rede kann, darf und soll am Schwarzen Freitag in vielen Städten verlesen und zitiert werden. Neu!
  • Brief an Deliveroo-Restaurants .pdf | .doc (zum selber Verändern und Anpassen)
  • DIN A4 Flugblatt für Deliveroo-Kunden  .pdf
  • Warum wurde Deliveroo für Freitag, den 13. nominiert? Hintergrund-Dossier
  • Übersicht der Aktionen: https://arbeitsunrecht.de/fr13
  • Warum wurde die Restaurant-Kette Nordsee GmbH für Freitag, den 13. nominiert? Hintergrund-Dossier
  • UPDATE: NORDSEE – DIN A5 Flugblatt, doppelseitig für Kunden + PassantInnen, schwarz-weiss .pdf
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