UFO: Lufthansa scheitert mit Kündigungswelle. Baublies-Flügel siegt bei Wahlen

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Arbeitsgericht Frankfurt verwirft acht Kündigungsversuche gegen früheren UFO-Chef durch Allen & Overy.

Lufthansa bekämpft UFO mit schmutzigen Methoden
Die Chronologie der Ereignisse zeigt: Die Lufthansa und ihre Kanzlei Allen & Overy haben im Jahr 2019 eine konzertierte Union Busting-Kampagne gegen UFO durchgeführt. (Foto: Melv_L – MACASR, CC BY-SA 2.0)

Das Union Busting-Manöver (Was ist das?) der Lufthansa gegen die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) und ihren Frontmann Nicoley Baublies ist auf ganzer Linie gescheitert (arbeitsunrecht.de, 4.2.2020).

Am Mittwoch, 19. 2.2020 erklärte das Arbeitsgericht Frankfurt insgesamt acht Kündigungsversuche der Lufthansa für ungültig (ArbG Frankfurt 9 Ca 6719-19). Laut Reuters lehnte Baublies einen Vergleich ab, da er durch ein belastbares Urteil verhindern wollte, dass die Lufthansa gegen andere Gewerkschaftsmitglieder mit Kündigung vorgehe.1

Die Vorsitzende Richterin Maria Schäfer stellte fest, dass der Gewerkschafter zum Zeitpunkt der Kündigung im September 2019 bereits länger als 15 Jahre im Unternehmen war und damit ordentlich unkündbar war. Baublies hatte seit 2004 zunächst als Flugbegleiter und später als Kabinenchef (Purser) bei der Lufthansa gearbeitet.

Der Spiegel berichtet, für die ebenfalls ausgesprochenen außerordentlichen Kündigungen habe es der Lufthansa an Gründen gefehlt. Das Management hatte Baublies im Oktober nach langem Streit fristlos gekündigt, weil er angeblich ohne Genehmigung für die Gewerkschaft während der Arbeitszeit tätig gewesen sei. Baublies hätte seine gewerkschaftliche Arbeit – laut Auffassung der Lufthansa – als Nebentätigkeit anmelden müssen.2

Für die Lufthansa stieg mit Thomas Ubber der Regenmacher der britisch-amerikanischen Kanzlei Allen & Overy in den Ring; Jonas Dalby (Weißmantel & Vogelsang) vertrat Nicoley Baublies.

Keine Spielchen mehr? Team #nomoregames setzt sich durch

Auch die mit Spannung erwarteten Vorstandswahlen der UFO gewann der Flügel #nomoregames um Nicoley Baublies und seine Mitstreiter*innen, die bisherigen Vorstände Sylvia De la Cruz und Daniel Flohr. Am 14.2.2020 setzte sich #nomoregames recht deutlich mit 69,5% gegen die konkurrierende Liste Team Phoenix durch. Die Formation war vermutlich entscheidend geschwächt, weil sich wesentliche Teile des Lagers bereits am 13.11.2019 als Cabin Union von UFO abgespalten hatten.3

Die neue und alte UFO-Führung gab an, „den klaren Kurs gegen das massive Union-Busting des LH-Konzerns fortzusetzen und die UFO zu alter Stärke zurückzuführen“.

Nicoley Baublies gab als Beauftragter des Vorstands zu Protokoll: „Die Arbeitgeber sind gut beraten, nun endgültig ihre Spielchen zu beenden und wieder zu einer normalen Sozialpartnerschaft zurückzukehren.“4

Der ehemalige UFO-Chef wurde in die Grundsatzkommission der Gewerkschaft gewählt, erhielt dabei allerdings von den Delegierten einen deutlichen Dämpfer. Baublies kam mit 43,44 % der Stimmen nur auf den vierten von sechs Plätzen, während der Erstplatzierte Stefan Fluck 60,68% erhielt.5


mehr lesen > Lufthansa vs. UFO – Chronologie einer Union Busting-Kampagne.


Fußnoten

1 Lufthansa muss UFO-Gewerkschafter Baublies weiter beschäftigen, Reuters, 19.2.2020, https://de.reuters.com/article/deutschland-lufthansa-idDEKBN20D20L

4 Deutliche Mehrheit für die Bewerber von #nomoregames für UFO-Vorstand und UFO-Gremien, Pressemitteilung UFO, 14.2.2020, https://www.ufo-online.aero/de/presse/item/1477-deutliche-mehrheit-fuer-die-bewerber-von-nomoregames-fuer-ufo-vorstand-und-ufo-gremien.html

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