Supermarkt: Verkäufer und Regaleinräumer*innen gesucht!

Was läuft schief in deutschen Supermärkten?

Arbeit im Supermarkt ist oft frustrierend.

Wir sammeln Berichte von den Schattenseiten der deutschen Arbeitswelt per Kommentar. (Foto: Bruce A. Stockwell. Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0)

Der Lebensmittel-Einzelhandel sticht durch besondere Rücksichtslosigkeit und verschärfte Arbeitsbedingungen hervor. Dadurch wurden die Besitzer deutscher Supermarkt-Ketten (Albrecht, Haniel, Schwarz, Haub und andere)  zu den reichsten Familien-Clans Europas.

Aufruf: Schildern Sie uns Ihre Erlebnisse im Arbeitsalltag!


Die aktion ./. arbeitsunrecht erhält regelmäßig Anfragen von Journalisten und Redaktionen (Zeitungen und TV), die sich für die Schattenseiten der deutschen Arbeitswelt interessieren.

Zuletzt berichtete das ARD-Magazin Monitor im September 2018 über einen Kahlschlag bei Löhnen durch das Real-Management (Metro AG).

Wir suchen derzeit Betroffene und Zeugen, die von Missständen in deutschen Supermarkt-Ketten berichten können.

Lidl, Rewe, Edeka, Norma, Aldi… Welche Erfahrungen machen Sie?

In der us-amerikanischen Sitcom-Serie „Superstore“ bekommt eine Verkäuferin mangels Mutterschutz sogar ihr Baby im Laden. Auch in Deutschland leiden Mütter und Kinder besonders unter schlechten Arbeitsbedingungen im Einzelhandel (Foto: Screenshot).


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Wir suchen Geschichten von Verkäufer*innen, Regaleinräumer, Lagerarbeiter*innen. Uns interessieren Festangestellte, Leih- und Werkvertragsarbeiter*innen. Und auch die Beschäftigten von Subunternehmen wie Reinigungsfirmen und Sicherheitsdiensten, die in Supermärkten arbeiten.

Es geht um Ihre Erfahrungen mit:

  • Arbeit auf Abruf (Flex-Verträge, KAPOVAZ), unbezahlte Überstunden, sozial- und familienfeindliche Wochenpläne, unfreiwillig Teilzeit
  • Behinderung von Betriebsratsarbeit, Entrechtung durch Leih- und Werkvertragsarbeit, unkollegiales Arbeitsklima zwischen verschiedenen Beschäftigtengruppen
  • Arbeitshetze und -verdichtung, Schikanen und Mobbing
  • anderen Missständen und Ungerechtigkeiten

Gibt es auch Beispiele von Widerstand und Gegenwehr?

Hier zählen auch kleine Erfolge!

Schreiben Sie Ihre Erfahrungen als Kommentar unter diesen Artikel!

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5 Kommentare zu “Supermarkt: Verkäufer und Regaleinräumer*innen gesucht!
  1. M. R. sagt:

    Arbeitsbedingungen bei Real

    Durch die Kündigung des Tarifvertrages mit Ver.di und den angekündigten Verkauf sind die Arbeitsbedingungen bei Real noch schlechter geworden.Der Druck auf uns Festangestellte nimmt immer mehr zu. Neueingestellte bekommen je nach Eingruppierung bis zu 30%weniger.

    Leider gibt es bei Real auch Betriebsräte,die nur für den Arbeitgeber da sind. Dadurch sinkt natürlich auch das Vertrauen in der Belegschaft und jeder denkt nur noch an sich. Das ist genau das was der Arbeitgeber will.

    In vielen Abteilungen innerhalb eines Real-Marktes gibt es immer weniger Personal.Dort arbeiten meist nur Festangestellte. Dadurch wird der Druck erhöht und die Arbeitsverdichtung nimmt zu. Die Folgen sind ungerechte Arbeitszeitverteilung, Arbeitsverteilung und Arbeitsbedingungen. Es entstehen Konflikte,die gewollt sind. Am Ende lächelt nur der vom Arbeitgeber geschickte Teamleiter. Kritische Mitarbeiter versucht man soweit wie es geht auszuschliessen.

    Aufgrund der Situation bei Real gibt es auch positive Beispiele. Ich und einige andere organisieren eigene Aktionen gegen die Tarifflucht und schlechten Arbeitsbedingungen. Manchmal muss man den Weg gehen eigene Strukturen zu schaffen. Dazu gehören mittlerweile auch zwei Betriebsgruppen. Nach aussen hin versucht jeder Solidarität als Kampfmittel zu versprühen. Wir beobachten innerhalb des Betriebes alles sehr genau.

    Was die Arbeit selbst betrifft…sie ist nicht mehr zu schaffen. In vielen Abteilungen z.b.Verräumung Obst/Gemüse Theken Backshop und viele mehr herrscht nur noch Stress, Druck, Hektik und permanente Arbeitsverdichtung mit immer weniger oder schlecht bezahlten Personal. Man funktioniert nur noch. Es muss dringend etwas geschehen. Entweder von der Politik in Sachen Allgemeinverbindlichkeit und Stoppen von Tarifflucht sowie Lohndumping.

    Desweiteren wären auch weitere Aktionen durch die Gewerkschaft notwendig. Die Angst kann nur mit Solidarität besiegt werden. Mit Solidarität siegt man gegen den Arbeitgeber. Man kann sowieso nichts ändern ist die dümmste Ausrede,die es überhaupt gibt. Jeden Tag bei Real zu arbeiten ohne zu wissen, wie es in der Zukunft weiter geht, ist keine Lösung.

    Ich und einige andere haben sich fürs Kämpfen entschieden. Wir halten unser Wort und hoffen sehr, dass viele andere mitmachen. Ohne uns Verkäufer/innen würde in einem Laden gar nichts funktionieren. Also rafft euch auf, denn wir Real-Beschäftigte wollen auch Anerkennung und Respekt. Deshalb müssen wir dafür kämpfen und das gegen diese Real-Geschäftsführung.

    Der Weg ist lang,aber es wird der richtige Weg sein.

  2. Schweigepflicht sagt:

    Als ehemalige Angestellte der Tempus GmbH und CoKg wurde ich zu Einsätzen bei Rossmann geschickt.
    Std.Lohn 8,84€Brutto.
    Überstunden wurden nicht bezahlt und auch keine Fahrpauschale zu den Arbeitsorten.
    Keine Sozialleistungen, Vertrag ging nur über minijob.
    Kittel und Messer( zum öffnen der Kartons), Arbeitshandschuhe und Schuhe mussten selbst bezahlt werden.
    Keine Trinkmöglichkeiten zwischendurch, Pause gabs auch nicht in den 2 oder 3 Arbeitsstd.
    Akkordarbeit mit antreiberei von der Vorarbeiterin.
    Einarbeitung fand nicht statt, es musste gleich schnell,schnell gehen.
    Das Klima unter den Mitarbeitern unter aller Kanone, klar bei so einem Druck.
    Der Umgangston von den Rossmann Mitarbeitern (13,-€ Std)
    war sehr oft entwürdigend.
    Warum manche bei so Firmen bleiben, hab ich keine Ahnung, ich hab schnell nach 3 Monaten das weitegesucht.

  3. Edler Ritter sagt:

    Wie ist es um die Betriebsräte bestell bei Kaufland?

    ca. 50% aller Häuser haben Betriebsräte, untereinander gibt es gute Kontakte aber noch zu wenig Austausch. Zu Betriebsratswahlen haben sich seit vielen Jahren Listenwahlen etabliert. Wahlbehinderungen gab es in der Vergangenheit massiv aber die Mitarbeiter haben sich mit der Zeit nicht mehr beeinflussen lassen. Kaufland ist nicht so dumm ihre Hausleiter zu beauftragen Betriebsratswahlen zu behindern, sie benutzen Mitarbeiter für ihre Zwecke.

    Gibt es bei Kaufland auch viele BRs, die von der Geschäftsleitung installiert sind?

    Durchaus ist es in vielen Regionen zu schlechten Wahlergebnisse gekommen. Diese Gremien sind bekannt und bestechen durch Tatenlosigkeit und massiven Mobbing gegen „alte“ Betriebsratsmitglieder. Der AG verhält sich in der Regel passiv und hat seine Leute fest im Griff, diese werden befördert und können zu Seminaren fahren und sich sonst auch alles erlauben.
    In der Regel halten sich diese Betriebsräte max. 4 Jahre und haben dann gute Betriebsratserfolge dem Boden gleich gemacht. Die Unterstützer des AG haben auch keine gute Lobby nur durch Druck von oben bleiben sie am „Leben“.

    Wie sind die Arbeitsbedingungen für die fest Angestellten? Gibt es viel unfreiwillige Teilzeit und befristete Verträge?

    Kaufland hat die Situation erkannt und stellt unbefristet ein. Was sich toll anhört wenn man aber bedenkt das Vollzeit abgebaut wird und max. 10 bis 15h wöchentlich als Vertragsstunde auf dem Vertrag steht, verblasst das Wort unbefristet. Überstunden oder Mehrarbeit entstehen durch hohe Krankenstände die wiederum durch schlechte Arbeitsbedingungen. Ausgebildet wird nur für die obere Riege unten will man am besten nur billiges ungelernte Personal.
    Wenig Personal und Arbeitsverdichtung sind ein schlechtes Instrument.

    Gibt es bei Kaufland Flexverträge und Kapovaz?

    Mir nicht bekannt aber es wird in dem einen oder anderen Haus ohne BR schon mal das eine oder andere Ausprobiert.
    Leiharbeit ist als erfolgreiches Mittel nicht einsetzbar. Die hohen Kosten und das ungelernte Personal sind völlig unwirtschaftlich. Natürlich nimmt man dort Werksverträge wo man einen Betriebsrat ausradieren möchte. Aber Experimente kann sich auch Kaufland nicht leisten.

    Würde Kaufland auf ihre Betriebsräte hören wäre das Unternehmen viel erfolgreicher.

  4. Mogli sagt:

    Gehen Sie in die Läden und fragen Sie vor Ort, wer weiss welcher AG hinter diesem Aufruf steht, sich zu outen. Niemand will seinen Job verlieren.

    • Jessica Reisner sagt:

      Hallo Mogli! Genau: niemand soll seinen Job verlieren.

      Genau das geschieht im Lebensmitteleinzelhandel aber! Leiharbeiter*innen fliegen wieder raus, bevor sie nach neun Monaten Anspruch auf gleiche Bezahlung wie die fest Angestellten hätten.

      Beschäftigte mit älteren Verträgen werden entsorgt und ersetzt. Durch mehrere Kolleg*innen, die nur Teilzeitverträge bekommen, durch Leih- und Werkvertragsarbeit, durch Auslagerung. Das ist oftmals gar nicht billiger, bedeutet aber, dass die Beschäftigten noch besser herumgeschubst werden können. Insbesondere, da alle in der Hoffnung gehalten werden, doch noch eine feste, unbefristete Stelle ergattern zu können.

      Die aktion ./. arbeitsunrecht hat im Rahmen des Aktionstags Schwarzer Freitag schon oft dazu aufgerufen, Horror-Arbeitgeber zu benennen. Zum Beispiel hier: https://arbeitsunrecht.de/schwarzer-freitag-was-sind-deutsche-horror-jobs-2/ und hier https://arbeitsunrecht.de/schwarzer-freitag-was-sind-deutsche-horror-jobs/

      Wir können Ihnen versichern, dass wir mit allen Daten und Informationen sehr gewissenhaft umgehen und der Schutz der Beschäftigten an erster Stelle steht.

      Die offenen Aufrufe Misstände am eigenen Arbeitsplatz oder dem von Freunden oder Verwandten darzustellen, haben immer dazu geführt, dass ganz neue Firmen und Methoden in unseren Fokus geraten sind. Das macht diese Methode so wertvoll für uns.

      Wir gehen übrigens tatsächlich in Läden und sprechen Beschäftigte persönlich an. Das kann unter den Augen von Filialleitern und Kolleg*innen aber kein Rahmen sein, um wirklich kritische Informationen auszutauschen. Ein anonymer Kommentar an dieser Stelle ist da wesentlich unverfänglicher.

      Das Recht auf Meinungsäußerung endet nicht, sobald man die Firma betritt. Wir wollen auch da ein Sprachrohr bieten, wo die Einschüchterung der Belegschaft schon so weit gediehen ist, dass die Betroffenen kaum wagen, sich zu ihren Arbeitsbedigungen zu äußern.

      Wenn sie weitere Fragen haben, finden Sie hier unsere Kontaktmöglichkeiten: https://arbeitsunrecht.de/links/

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